Wissenschaft macht heiter

Es onkelt in den Schachtelhalmen.

Das Ziel ist offenbar das Hologramm, die Simulierung der Wirklichkeit als Abbild. Fast haben wir – die Menschheit – es geschafft. Wieder hat man mir, bis hierher an meinen Urlaubsort, über WhatsApp ein Video übermittelt. Ich tippe es voll Müßiggang, gedankenverloren an. In einer Turnhalle erscheint ein aus dem Wasser springender Wal und hechtet über die Raumlänge. Die an den Saalrändern sitzenden Jugendlichen weichen unwillkürlich vor der aufspritzenden Gischt zurück, wenn das riesige Tier zurück in die Fluten platscht (eventuell handelt es sich dabei freilich um ein Fake, also eine Doppelsimulierung). Das Unbegreifliche wird scheinbar greifbar und entschwindet doch unter staunenden Ohs und Ahs. Die Menschheit wirkt wiederum größer als sie letztlich zu sein vermag. Ihr Ingenium grinst aus der Nerdkiste und hat es immer schon gewusst. Bald werden sie, zumindest ist es untereinander angedacht, durch Raum und Zeit fliegen, denn die Raumzeit, so erklärt man uns an anderer Stelle, solle man sich wie einen Kasten Brot mit verschiedenen Zeitschnitten vorstellen. Wenn ich nun imaginiere, dass sich der Hotelkomplex mir gegenüber, der ich hier auf Korfu weile, nähert, vergeht die Zeit schneller. Falls er sich jedoch dazu entschließt, an Ort und Stelle zu verbleiben, vergeht sie langsamer. Nach längerem Anstarren desselben, kann ich dieses Naturgesetz bestätigen und befinde mich damit wohl auf dem Niveau Alberts.

 

Bei Betrachtung diverser Dokumentationen aus dem angloamerikanischen Raum jenseits unserer europäischen Zeitgeistwahrnehmung wirken die durch die Sendungen führenden Moderatoren populärwissenschaftlichen Inhalts meist wie euphorisierte Narren. Welche in die Idolatrie abgleitende Begeisterung in ungebügelten Hosen! Der Jammer einer Epoche fährt mit englischem Gebiss in die Waden ihrer Selbstwahrnehmung.

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