„Woodstock“-Feeling im Waldviertel beim Schrammel.Klang.Festival

WegweiserSchon zum insgesamt achten Mal fand vergangenes Wochenende (4.-6. Juli) das Schrammel.Klang.Festival in Litschau  (Niederösterreich) statt. Mit dem Herrensee als Kulisse konnte wieder Schrammel Musik in einem entspannten Umfeld  genossen  werden. 

Obwohl die ursprüngliche Schrammel Musik aus Wien stammt, gibt es kaum einen Ort der besser als Litschau geeignet wäre, um das Schrammel.Klang.Festival auszurichten. Die einmalige Verbindung von Natur und musikalischer Untermalung ließ die Veranstaltung zu einem einmaligen Erlebnis werden. So verging auch das drei Tage dauernde Festival wie im Flug. Einen nicht unwichtigen Faktor spielte hier, wie auch bei jeder anderen zumindest teilweisen Freiluftveranstaltung, das Wetter. Mit angenehmen sommerlichen Temperaturen, welche manchen Besucher bereits frühmorgens zu einem Bad im See lockten und „nur“ einem größeren Gewitter am späten Samstagnachmittag, das einfach dazu gehört, war auch der Wettergott den Veranstaltern diesmal gut gestimmt. Jahrelangen Festivalgängern, welche schon mit Sturm, Hagel und überfluteten Campingplätzen zu kämpfen hatten, kam diese Wetterherausforderung wohl wie eine Bagatelle vor.

Musikalisch war für jeden Geschmack etwas dabei. So wurde nicht nur klassische Schrammel Musik präsentiert, sondern auch die eine oder andere moderne Version dieser. Einmal abgesehen von eingefleischten Heavy Metal Fans hätte sich wohl jeder mit der einen oder anderen Stilrichtung anfreunden können. Denn auch hier gilt es seine eigenen musikalischen Vorlieben zu kennen und in der einen oder anderen Band oder Künstler wieder zu finden. Persönliche Highlights waren u.a. die Gruppen „Trio Lepschi“, „JuJu“ und „Fiaker Fiasko“.

Der beste Teil des Festivals war für viele Besucher wohl die Mitternachtswanderung mit dem anschließenden Konzert vom „Trio Lepschi“ im Schloss. Trotz einer Startzeit von halb zwölf Uhr Nachts gingen die limitierten Zählkarten für diese weg wie die warmen Semmeln. Die in Dunkelheit und völliger Stille an verschiedenen Stationen vorbeiführende Tour in Gruppen von 20 Personen, fing das Wesen des Waldviertels am besten ein. So durfte rund eine Stunde lang nicht gesprochen, nach den Performances nicht geklatscht und auch keine weitere Lichtquelle verwendet werden. Es wurden an den verschiedenen Stationen u.a. Texte von Karl Kraus rezitiert, Sagen erzählt und Musikstücke performt. Zum Schluss konnten die begeisterten Teilnehmer auch noch eine sich immerzu verändernde Lichtinstallation am Schloss selbst bewundern. Dichter, vom See aufsteigender Nebel, nasse Wege, sowie feuchte, nach einer Mischung aus Waldboden und Heidelbeersträuchern, aufgrund des zuvor niedergegangenen Gewitters riechende Luft, rundeten den waldviertlerischen Gesamteindruck ab.

Insgesamt war es ein sehr gelungenes Festival, das jede Menge Wiener in die nördlichste Stadt Österreichs lockte und eine gewisse Vorfreude schon auf das nächste Schrammel.Klang.Festival hinterlässt.

Text & Fotos: Barbara Klaus

     Herrensee     JuJu    Helmut Hutter und das Waldviertler Packl    Festival Bühne 3    Festivalbesucher

Gitarren Bauhütte     Fiaker Fiasko    Verkäufer am Festival    Verkäufer am Festival    Trio Lepschi    Wegweiser

Schremserophon     Leuchtkette    Festivalbesucher    Festivalbesucher & Fiaker Fiasko    Die Mondscheinbrüder    Birgit Denk

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