Wir stellen vor: Ingrid Felmeth

Wege der Kindheit

Die Pfähle, die die Parkplätze von den Büschen abgrenzen, sind nicht mehr rot-weiß-rot, sondern grün. An sonnigen Frühlingstagen und im Sommer liegen Menschen im Gras. Kein Parkwächter verscheucht sie. Wiesen mit kahlen Stellen, niedergetretene Blumen.

Das „Kinderfreibad“ ist jetzt ein „Familienbad“. Aus der öffentlichen Toilette riecht es noch immer streng. Statt der Sandkiste ein mit hohem Gitter umgebener Fußballplatz. Den Mammutbaum mit dem imposanten Stamm gibt es nicht mehr. Ein anderer wächst stattdessen in den Himmel. Umgeben von einer Bank, auf der niemand sitzt. Eine hügelige Rasenfläche mit bunten Blumen. Darunter die Parkgarage.

Der Kinderspielplatz mit einem kleinen Ringelspiel, einem Klettergerüst aus Holz, einer Rutsche und Schaukeln, die von einem Gerüst herunterhängen. Skateboard-Bahnen, Hundezone, frisch gepflanzte Bäume – jeder einem Planeten zugeordnet. Vogeltränke ohne Wasser.

Der kleine Teil des alten Friedhofes – unverändert. Kaum alte Leute auf den Bänken, sondern junge Frauen und Männer, in Bücher vertieft.

Ich gehe durch den Park meiner Kindheit.

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