„We Are Your Friends“ – Filmkritik

Neunzig Minuten DJ-Partymusik

In wenigen Tagen (28.08.) läuft der Film „We Are Your Friends“ in den österreichischen Kinos an. Unter der Regie von Max Joseph schlüpft der ehemalige Teenie-Star Zac Efron in die Rolle eines jungen DJs, der nicht nur Erfolg haben, sondern auch seinen eigenen Sound finden möchte. Eine rasante Mischung aus Musikfilm, Romanze und Drama, die wohl nicht jedermanns (Musik-) Geschmack trifft.

Der 23-jährige Cole (Zac Efron) ist Electro-DJ und will endlich die Musikszene Hollywoods aufmischen. Der Weg dahin ist aber alles andere als ein Spaziergang. Erst als er auf den erfahrenen und bekannten DJ James (Wes Bentley) trifft, scheint sein Traum endlich in greifbare Nähe zu gelangen. Dieser steht ihm als Mentor zur Seite und hilft ihm dabei seinen ganz eigenen Track zu entwickeln. Immer mehr klaffen sein altes und sein neues soziales Umfeld auseinander. Auch kommt er der Assistentin bzw. Freundin (Emily Ratajkowski) von DJ James immer näher. Ein Umstand, der seinen neuen Erfolg im Keim ersticken könnte.

„Wenn man DJ ist, braucht man nur einen Laptop, etwas Talent und einen Track!“ Eine Weisheit, die dem Publikum des Films immer wieder eingetrichtert wird, der aber der eine oder andere Musiker wohl widersprechen würde. Demnach könnte im Grunde jeder, der über diese drei Dinge verfügt, der neue David Guetta oder Avicii werden. Dass jedoch viel mehr zum Erfolg gehört und auch der Weg zum Star-DJ ein steiniger ist, spiegelt sich auch in der Handlung des Films wieder. Jedoch wird das Leben des aufstrebenden Musikers vor allem als Mischung aus (harter) Arbeit einerseits und Party inklusive Sex, Drugs und Rock`n`Roll andererseits dargestellt. Nach einigen scheinbar traumhaften Erlebnissen mit Drogen wird erst durch den drogen- und alkoholindizierten Tod eines Freundes von Cole fast am Ende des Films (endlich) klargestellt: Finger weg von illegalen Substanzen!

Mit „We Are Your Friends“ gibt der amerikanische Filmproduzent und Drehbuchautor Max Joseph sein Spielfilm-Regiedebüt. Unverkennbar sind hierbei die Einflüsse seiner bisherigen Arbeiten. Vor allem für diverse Dokumentationen und seine Mitarbeit an der US-amerikanischen Reality TV-Show „Catfish – Verliebte im Netz“ bekannt, setzt er bei seinem ersten Spielfilm auffällig oft auf den Einsatz von Handkameras. Während im Fernsehen die wackelige Kameraführung im Normalfall nicht besonders auffällt, entpuppt sie sich auf der großen Leinwand als Herausforderung an die Sehgewohnheiten des Kinopublikums. Abseits des Regisseurs, wurden vor allem „alte Hasen“ des Filmgeschäfts für „We Are Your Friends“ gecastet. Wes Bentley, schon seit 20 Jahren als Schauspieler tätig, brilliert in der Rolle des drogenabhängigen und zugleich höchst erfolgreichen DJ James. Mit Zac Efron wurde zwar ein ehemaliger Teenie-Star („High School Musical“) für den Film verpflichtet, jedoch stellt er mit dieser Rolle, nach diversen anderen Streifen (u.a. „The Lucky One“ und „Bad Neighbours“), erneut unter Beweis, dass er den typischen Disney-Filmen entwachsen ist. Sein Image als Mädchen- bzw. Frauenschwarm wird er jedoch wohl noch ein Weilchen behalten.

Insgesamt ist „We Are Your Friends“ ein typischer Sommerfilm, der hauptsächlich durch seinen Hauptdarsteller, Zac Efron, das Publikum ins Kino zu locken versucht. Vor allem den jüngeren Zusehern dürfte auch der für Partys typische Musikstil zusagen. Wer aber auf klassische musikalische Filmuntermalung steht, sollte um diesen Film einen weiten Bogen machen.

Barbara Klaus

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