Vielfältig und trotzdem nicht zu viel

Der Kutschkermarkt zählt zu den letzten Straßenmärkten Wiens. Dieser ist nicht nur für seine ruhige und angenehme Atmosphäre bekannt, sondern ebenso für das vielfältige Angebot.

Plötzlich liegt der Geruch von geräucherter Wurst in der Luft. Ein paar Schritte weiter wird klar, dass der Geruch von den zahlreichen Produkten der österreichischen Bauern kommt, die jeden Samstag am Kutschkermarkt verkauft werden. Die Vielfältigkeit des Marktes ist nicht zu übersehen, denn von den fünf Händlern werden nicht nur Lebensmittel, sondern auch Blumen und Dekorationsgegenstände angeboten.

Die Atmosphäre auf dem gut überschaubaren Markt im 18. Bezirk/ Währing ist eine ganz besondere. „Der Kutschkermarkt, ist zwar wesentlich kleiner, als die meisten anderen Märkte, dafür aber auch ruhiger und trotzdem auch multikulturell“, erzählt eine ältere Frau, die regelmäßig am Kutschkermarkt einkauft. „Zu meinen persönlichen Lieblingen zählt der wunderbare Käsestand von Irene Pöhl.“

So vielfältig das Käseangebot an diesem Stand ist, sind es wohl auch die Leute, die am Markt entlang schlendern. Denn dass bei dem Straßenmarkt in der Kutschkergasse eine Reihe von Kulturen aufeinander treffen, sagt schon der Name. Diesen hat er nämlich vom serbo-kroatischen Wort „kucka“, der „leichtes Mädchen“ bedeutet. So sind aber nicht nur die Besucher bunt gemischt, sondern auch die angebotene Ware. Neben Eiern und Brot vom niederösterreichischen Biobauern, Oliven und Tzatziki vom Griechen und italienischem Pesto, gibt es mittendrin einen typisch türkischen Kebabstand. Dort will der Verkäufer mit einem lauten „Willst du werden schöner, dann komm her und iss ’nen Döner“ zu einer Stärkung locken. Wohl einer der wenigen Standler, der dort Marktschreierei betreibt.

Obwohl es in der Nähe einige Supermärkte gibt, gehen auch die Anrainer häufig zum Einkaufen auf den Markt. „Die Stimmung hier ist super. Mittlerweile kennen mich die ganzen Verkäufer schon und geben mir auch mal einen Apfel oder sonstige Kleinigkeiten gratis“, erzählt eine Studentin, die hier öfter ihre Mittagspause verbringt. „Da zahl ich auch gern ein bisschen mehr für die Produkte, denn wenigstens weiß ich woher sie kommen.“ Und wer mit dem Essen nicht bis daheim warten will, kann sein Käsebrot bei einem Glas Bioapfelsaft auch zwischen den Standln genießen. Denn trotz des naheliegenden Gürtels, hat das Grätzel einen dörflichen Charakter. Treffend wird es deshalb auch „Das Kutschkerdörfl“ genannt.

Stefanie Oberhauser

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