Tiere schenkt man nicht!

Welpen sind gerade zu Weihnachten begehrte Geschenke. Der Anblick eines Jungtieres löst durch den Kindcheneffekt bei vielen Menschen den Beschützerinstinkt aus. Aber man sollte sich im Klaren darüber sein, dass Tiere keine Ware sind. Man übernimmt für sie Verantwortung und das für mehrere Jahre. Gerade in der Weihnachtszeit wird verantwortungslos von vielen Zoofachhandlungen und leider auch von Züchtern an die empfindsamen Gefühle der Menschen appelliert, ein Tier zu schenken.

Das stellt ein ziemlich großes Risiko dar – sowohl für das Tier als auch für den Beschenkten. Meist wechselt das Tier ohne Vorbereitung zu seinem neuen Besitzer, und dieser ist dann meist überfordert und manchmal gar nicht erfreut. Abgesehen davon, dass er unter Umständen sich etwas ganz anderes vorgestellt hat in Bezug auf Rasse, Alter, Geschlecht und Farbe. In vielen Fällen sind noch keine Vorbereitungen für den neuen Hausgenossen getroffen worden. Ein Tier ist eine ganz persönliche Angelegenheit und es sollten alle Familienmitglieder einverstanden sein. Weiters gilt es abzuklären, ob jemand in der Familie eine Allergie hat. Eine weitere und sehr wichtige Frage ist der finanzielle Aufwand! Können Futter und Tierarztkosten gedeckt werden? Und das für eine längere Zeit – Katzen bis ca. 20 Jahre, Hunde zw. 10 und 15 Jahren, oft auch länger.

Ist für das vorhandene Tier auch dann noch ein Platz gesichert beim Eintreffen eines Babys? Gibt es genügend Platz für Kratzbaum und Katzentoilette? Ist für Hunde genügend Auslauf vorhanden und Zeit für Spaziergänge? Wer übernimmt die Pflege, wenn der Urlaub vor der Tür steht? Sind Türen, Fenster und Balkone für zukünftige Wohnungskatzen abgesichert?

Ein gegenseitiges Kennenlernen ist unabdingbar, um zu sehen, ob die beidseitige „Chemie“ stimmt.

Trauige Statistiken zeigen leider, dass gerade unmittelbar nach Weihnachten eine große Anzahl von ungewollten Tieren aller Art in Tierheimen abgegeben wird. Gründe wie der neue Besitzer ist allergisch, die Wohnung zu klein oder im Mietvertrag ist keine Tierhaltung gestattet, sind keine Seltenheit.

Bleibt zu hoffen, dass es dieses Jahr vielleicht anders wird.

Ilka Terler, Sandra Engelmann

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