Thomas Borchert – „If I Sing“

Thomas Borchert – „If I Sing“

Der Vampir kehrte nach Wien zurück – aber nur für einen Abend. Am 20.04. präsentierte der Musical-Darsteller Thomas Borchert der Wiener Fan-Gemeinde im Theater Akzent eine Auswahl seiner besten Nummern aus bekannten Musicals. Pünktlich um acht Uhr betritt Thomas Borchert die Bühne und performt gleich zu Beginn des Abends den „Titelsong“ seines Programms – „If I Sing“. Nach einer kurzen Begrüßung wird auch das Publikum in den Auftritt mit einbezogen. So erzählt er zu Beginn, dass Singen glücklich macht. Damit nicht nur er etwas von diesem Abend hat, lädt er auch das Publikum zum singen ein. Auch wenn nicht alle mitmachen, lockert es dennoch merklich die Stimmung im Saal.

In den nächsten zwei Stunden folgen bekannte Lieder aus Musicals, in welchen er im Laufe seiner langjährigen Karriere mitgewirkt hat. Dazu zählen neben Jekyll & Hyde auch Elisabeth, Dracula, Les Misérables und Mozart. Ebenfalls präsentiert er zwei Songs aus dem Musical „Der Graf von Monte Christo“, welches extra für seine Stimme geschrieben wurde. Jedoch scheint der Großteil des Publikums nur auf zwei Lieder zu warten: „Totale Finsternis“ und „Die unstillbare Gier“ aus dem Tanz der Vampire Musical von Roman Polanski. Wenig überraschend, schließlich wirkte Thomas Borchert für mehr als ein Jahr in der Wiener Fassung von 2009 mit. Entsprechend begeistert sind die Zuseher als er zum Schluss des (offiziellen) Programms diese präsentiert und ankündigt ab Mai wieder in die Rolle des Grafen von Krolock in Berlin zu schlüpfen. Nach dem Schlussapplaus folgen natürlich noch Zugaben. Diese umfassen drei Lieder, u.a. „Sweet Transvestite“ aus der Rocky Horror Picture Show.

Alles in allem war es ein sehr gelungener Musical-Abend. Neben einigen netten kleinen Anekdoten über seinen musikalischen Werdegang konnte man sich auch davon überzeugen, dass Thomas Borchert mehr als nur ausgezeichnet singen kann. So beherrscht er die Gitarre und spielt auch hervorragend Klavier. Mit Marina Komissartchik am Flügel und Carin Filipcic als Gesangpartnerin hat Borchert eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Sie harmonieren sehr gut zusammen auf der Bühne. Der einzige Wermutstropfen besteht darin, dass die einzelnen Lieder bei so einer Veranstaltung aus ihrem Kontext gerissen werden. Obwohl Thomas Borchert die einzelnen Nummern mit sehr viel Gefühl einleitete und vortrug, so konnten sie dennoch nicht so gut wirken, wie im dazugehörigen Stück selbst. Dazu fehlte die entsprechende Geschichte zum Song, das richtige Bühnenbild und das passende Outfit. Dieser kleine Makel konnte trotzdem die Stimmung nicht trüben.

Gegen Ende der Aufführung gibt Thomas Borchert anscheinend einer spontanen Eingebung nach und wandelt „Singen macht glücklich“ in „Singen ist glücklich“ ab. Seiner Meinung nach eigentlich logisch, es klingt ihm dann aber doch zu sehr nach einer typischen „Bild“ – Schlagzeile. Dabei kann sich kaum jemand im Saal ein Schmunzeln verkneifen, nicht einem Thomas Borchert selbst.

Barbara Klaus

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