„The Vatican Tapes“ – Filmkritik

Exorzismus-Film mit altbekannten Gruselelementen

Am 30. Juli kommt mit „The Vatican Tapes“ ein Horrorstreifen in die österreichischen Kinos, der zwar einen gewissen Gänsehautfaktor aufweist, dabei aber auf wenig Neues setzt. Stattdessen setzten die Macher lieber auf altbekannte Schock-Momente. In den Hauptrollen sind die Newcomerin Olivia Taylor Dudley und der bekanntere Schauspieler Michael Peña zu sehen.

Angela Holmes (Olivia Taylor Dudley) lebt zusammen mit ihrem Freund ein ruhiges und glückliches Leben. Nach einer harmlosen Verletzung an der Hand verändert sich ihr Verhalten nachhaltig und immer mehr Menschen sterben in ihrem Umfeld auf seltsame Art und Weise. Als ihr selbst die Ärzte nicht mehr helfen können, wendet sich Pater Lozano (Michael Peña), der örtliche Priester, an den Vatikan. Er ist davon überzeugt, dass die junge Frau von einem Dämon besessen ist. Im Vatikan stößt der Fall auf Gehör und Kardinal Bruun (Peter Andersson) reist in die USA, um Angela zu helfen. Jedoch offenbart sich bald, dass von ihr die wohl größtmögliche satanische Macht Besitz ergriffen hat. Ein Kampf zwischen Himmel und Hölle beginnt…

Mit dem Titel „The Vatican Tapes“ wird versucht dem Film einen Hauch der Neuartigkeit zu verleihen, indem behauptet wird, dass der Vatikan über Aufzeichnungen aller möglichen Formen der Besessenheit der letzen Jahrzehnte und Jahrhunderte verfügt. In diesen durchaus interessanten Rahmen wird jedoch eine Handlung gestopft, die sich kaum von den bisherigen Exorzismus-Filmen unterscheidet. Wie so oft ist es eine junge unschuldige Frau, die zum Opfer eines Dämons wird, der schließlich von einem Geistlichen ausgetrieben werden soll. Ebenso wenig originell wirken die damit verbundenen vermeintlichen Schock-Momente. Sich scheinbar von allein bewegende Möbelstücke und verrenkte Gliedmaßen können schon als Klassiker dieses Genres beschrieben werden und sind natürlich auch in diesem Streifen vertreten.

Der tatsächliche Gruselfaktor des Films sollte wohl vor allem auf psychologischer Ebene entstehen. So wurde versucht die Geschehnisse besonders „realistisch“ zu inszenieren, so dass das Gefühl entstehen sollte, dass einer jeden Person ein solches Schicksal widerfahren könnte. In diesem Sinne wurde auch auf das exzessive Zeigen von Gewalt und Blut verzichtet, wodurch der Streifen mehr zu einem Thriller als einem Horrorfilm mutiert. Besonders das Ende des Films, ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, dürfte dem einen oder anderen Zuschauer einen Schauer über den Rücken laufen lassen. Jedoch hält sich insgesamt, neben den Horrorelementen und der Handlung, auch die Originalität der schauspielerischen Leistungen in Grenzen. Dadurch hebt sich der Film nicht wie geplant von seinen Vorgängern ab, sondern wird wohl auch in Kürze in der Masse dieser aufgehen.

Text: Barbara Klaus

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