„The Hunger Games: Mockingjay 2“ – Filmkritik

Das Ende naht

In wenigen Tagen (19.11.) kommt der lang ersehnte letzte Teil der „Hunger Games“-Reihe, „Mockingjay 2“, in die österreichischen Kinos. Basierend auf den Büchern von Suzanne Collins, entführten die Filmemacher die Zuschauer bisher in zwei verschiedene Kampfarenen und in einen vernichtet geglaubten Distrikt. Was nun folgt ist ein düsterer, gewalttätiger und beklemmender Angriff auf die Verursacher des Leids: das Kapitol.

Nachdem sich die Rebellen im letzten Teil (Mockingjay 1) die Distrikte rund um das Zentrum, das Kapitol, sichern konnten und auch Peeta, wenn auch von einer Gehirnwäsche mit Wespengift völlig neben der Spur, aus den Fängen von Präsident Snow befreit werden konnte, geht es nun den Initiatoren der Hungerspiele („Hunger Games“) an den Kragen. Die Rebellen sprengen sich den Weg ins Kapitol frei und erobern dieses schließlich Stück für Stück. Auch Katniss (Jennifer Lawrence), Peeta (Josh Hutcherson), Gale (Liam Hemsworth) und ihr schon aus dem vorhergegangenen Teil bekannte Filmteam (u.a. Natalie Dormer und Elden Henson) finden sich im Kriegsgewirr wieder. Wird die Tyrannei des Kapitols und von Präsident Snow nun endlich enden?

Die Splittung des letzten Buches von Suzanne Collins in zwei Filmteile war von Beginn an umstritten. Während der erste Mockingjay-Part vor allem mit Längen zu kämpfen hatte, ist dessen Fortsetzung wesentlich straffer inszeniert. Trotz einer Laufzeit von über zwei Stunden wirken besonders die Actionszenen gegen Ende der Eroberung des Kapitols deutlich zu eng aneinander gesetzt. Ohne das Gesehene verarbeiten zu können, wird der Zuschauer von einem schrecklichen Ereignis zum nächsten getrieben. Die rasch aufeinander folgenden Tode von (geliebten) Charakteren gehen geradezu ineinander über, sodass gelegentlich auch der Überblick verloren gehen kann, wer denn nun noch lebt und wer nicht. Besonders für schwache Nerven ist dieser Film nicht geeignet. Die furchtbaren Kreaturen aus dem Kanalsystem des Kapitols dürften wohl dem einen oder anderen Zuschauer Alpträume bereiten.

Im Gegensatz zu den bisherigen Filmen, wirkt „The Hunger Games: Mockingjay 2“ noch deutlich düsterer und trauriger. Die im Film ebenfalls präsente Flüchtlingsthematik schafft angesichts der vorherrschenden Ereignisse ein umso stärkeres Gefühl der Beklemmung und Hilflosigkeit. Ganze Straßenzüge füllend, drängen sich die Bewohner des Kapitols auf der Flucht vor den Rebellen an die Tore des Hauptsitzes von Präsident Snow. Die darauf folgenden Szenen dürften wohl auch nicht eingefleischten „Tribute von Panem“-Fans an die Nieren gehen, denn in diesem Film ist keine Figur vor dem Tod sicher. Dass sich das Liebesdreieck rund um Katniss, Peeta und Gale in diesem Teil nicht so recht entspinnen mag, liegt vor allem an der Handlung des Films – denn während einer Rebellion bleibt nicht viel Zeit für Liebesprobleme. Umso kitschiger ist dafür der Abspann des Films, wenn Katniss mit ihrem Auserwählten auf einer Blumenwiese sitzt und sie mit ihren gemeinsamen Kindern spielen.

Insgesamt ist „The Hunger Games: Mockingjay 2“ ein gelungener Abschluss der Filmreihe, obwohl „The Hunger Games“ (2012) und „Catching Fire“ (2013) als Gesamtpaket gesehen deutlich besser gemacht waren. So ist der aktuelle Film für einen Teil des Zielpublikums aufgrund der ständigen Todesgefahr und der moralisch bedeutsamen, aber nicht immer sofort durchsichtigen, Entscheidungen deutlich zu düster und belastend inszeniert. Dennoch werden sich wohl die Fans des „Tribute von Panem“-Universums dieses fulminante Finale kaum entgehen lassen.

Barbara Klaus

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