„The Circle“ – Filmkritik

Misslungene Literaturverfilmung in Starbesetzung

In wenigen Tagen (08.09.) kommt mit „The Circle“ die Verfilmung eines weiteren dystopischen Bestsellerromans in die österreichischen Kinos. Dem als Thriller angepriesenen Film fehlt es jedoch über weite Strecken an Spannung und auch die Handlung selbst weist einige grobe Mängel auf. Diese können selbst die beiden in den Hauptrollen zu sehenden erfolgreichen Hollywoodstars Emma Watson und Tom Hanks nicht überdecken.

Die junge Mae Holland (Emma Watson) hat einen Job in einer der angesagtesten Firmen der Welt ergattert. Beim „Circle“, einem erfolgreichen Internetkonzern, wird für die Kunden eine einzige Internetidentität angelegt, über welche alle Angelegenheiten abgewickelt werden können. Vollkommene Transparenz im Sinne einer Verminderung der Kriminalität und Stärkung der Demokratie ist das oberste Ziel der Firma. Während Mae zunächst noch vom Konzern und dessen Leitern (u.a. Tom Hanks) begeistert ist und sich zu einer Vorzeigemitarbeiterin entwickelt, wird sie bald mit den negativen Konsequenzen dieses Konzepts konfrontiert.

Mae (Emma Watson) hat zunächst mit ihrer Freundin Annie (Karen Gillan) noch Spaß.

Mit dem dystopischen Roman „The Circle“ von Dave Eggers hat sich der Regisseur James Ponsoldt, welcher ebenfalls das Drehbuch schrieb, eines der erfolgreichsten literarischen Werke der 2010er Jahre angenommen. Die filmische Umsetzung kann jedoch der Buchvorlage in zahlreichen Punkten nicht das Wasser reichen. Insbesonders das vollständig umgearbeitete Ende dürfte so manchen Fan des Buches nicht begeistern. Zugleich kommen einem – auch ohne den Roman gelesen zu haben – die Inhalte des Films sehr vertraut vor. Denn „The Circle“ nimmt, auf sehr brave Art und Weise, bereits in zahlreichen anderen Filmen zu sehende Elemente, wieder auf.

Jedoch zerstreitet sie sich wegen der Firma schon bald mit ihrem Freund Mercer (Ellar Coltrane).

Somit wird dem Kinopublikum nur ein lauwarmer Aufguss bereits bekannter Inhalte präsentiert. Dementsprechend hält sich die Spannung in diesem als Science-Fiction-Thriller angepriesenen Film über weite Strecken in Grenzen. Auch mangelt es der auf Mainstream ausgelegten Verfilmung an neuen extremen bzw. innovativen Ideen in Bezug auf die technologische Zukunft, welche z.B. in der Serie „Black Mirror“ (2011-) bereits seit Jahren präsentiert werden. Diese deutlichen inhaltlichen Probleme können selbst die ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen von Emma Watson („Schöne und das Biest“ (2017), „Harry Potter“-Filmreihe), Tom Hanks („Forrest Gump“ (1994), „Sully“ (2016)), Karen Gillan („Doctor Who“ (2005-), „Guardians of the Galaxy“ (2014)) und Ellar Coltrane („Boyhood“ (2014)) nicht ausgleichen.

Doch mit den Gründern der Firma (Patton Oswalt, mi./Tom Hanks, re.) versteht sie sich (noch) gut.

Insgesamt ist „The Circle“ eine leider über weite Strecken misslungene Literaturverfilmung, die vor allem Fans des Romans enttäuschen wird. Die fehlende Spannung und das unbefriedigende, geradezu unlogische, Ende des Films dürfte auch ZuschauerInnen, die das Buch nicht gelesen haben, etwas ratlos zurücklassen. Denn dieses untergräbt die vordergründige Botschaft des Films – die Warnung vor der „schönen neuen Welt“ der Zukunft – vollständig.

Text: Barbara Klaus

Bilder: © 2017 Universum Film GmbH

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