„Sunrise Avenue“ – Konzertbericht

Gelungener Tourabschluss in Wien

Vergangenen Donnerstag (27.2.) war es wieder einmal so weit. Die aus dem hohen Norden stammende Band „Sunrise Avenue“ absolvierte den letzten Auftritt ihrer aktuellen Tour (schon wieder) in Wien vor einem weitaus größeren Publikum als bei ihren bisherigen Shows in der schönen Hauptstadt und machte damit dem am selben Abend stattfindenden Opernball an Stimmung und Teilnehmerzahl ernstzunehmende Konkurrenz.

Der 27. Februar war für einen Donnerstag ein durchaus ereignisreicher Tag in der österreichischen Hauptstadt. Während viele ihre Blicke nur auf das „gesellschaftliche Ereignis des Jahres“ – den Opernball – richteten, zog es dennoch zigtausende Menschen in eine ganz andere Richtung. Schräg gegenüber dem Ort, an dem der diesjährige Opernballgaststar Kim Kardashian noch wenige Stunden zuvor ihre Autogrammstunde nach wenigen Minuten abbrach, spielte die finnische Band „Sunrise Avenue“ ein fast zweistündiges Konzert, welches die Massen begeisterte.

Die proppenvolle Wiener Stadthalle bekam alle (!) Lieder der neuen CD der Gruppe zu hören. Zwar ist auch auf der neuen Platte der Band der eine oder andere Ohrenschmaus, wie etwa „Lifesaver“ und „Aim For The Kill“, jedoch hätte ein etwas ausgewogeneres Verhältnis älterer und neuerer Songs vor allem zu Beginn des Konzerts diesem gut getan. Die „alten“ Hitschlager, wie etwa „Fairytale Gone Bad“ und „Hollywood Hills“ standen erst in der ersten bzw. zweiten Zugabe auf dem Programm. Als besonderes Highlight ihres neuen Albums „Unholy Ground“ kann auch noch die Nummer „Girl Like You“ hervorgehoben werden, welche nicht nur eine typische Musicalmelodie beinhaltet, sondern beim Konzert auch nur mit Klavier und Sänger auf der Bühne präsentiert wurde. Auch war der ehemalige Juror von „The Voice of Germany“ und Leadsänger der Band, Samu Haber, wie (fast) immer, gut bei Stimme, wodurch an der Performance selbst, aus musikalischer Sicht, kaum Kritik geübt werden kann.

Die Bühnenshow selbst war, um es in einem Wort zusammen zu fassen, so lala. Nicht schlecht, nicht provokativ, aber auch nicht besonders innovativ. Jedoch durfte man sich auch nicht zu viel Show erwarten, da das Konzert ursprünglich im Gasometer, einer deutlich kleineren und showtechnisch nicht so aufwändigen Location, hätte stattfinden sollen. Jedoch war das Konzert aufgrund des enormen Andrangs relativ rasch in die Stadthalle verlegt worden. Was schlussendlich von diesem Konzert bleibt, sind zwei Stunden gute Unterhaltung und exzellente Musik. Das Klischee der unterkühlten Finnen hat die Band wieder einmal aufs Neue gekonnt widerlegt. Statt nach der letzten Nummer, wie die meisten Künstler, sofort hinter der Bühne zu verschwinden, lieferten sie einen der herzlichsten Abschiede vom Wiener Publikum und der Tour allgemein ab. Nachdem sich die Mitglieder gegenseitig umarmten und der Leadsänger noch einige Fans der ersten Reihe abklatschte, stellten sich die Musiker zusammen auf und verbeugten sich mehrmals gemeinsam vor einem mit Sicherheit mehrheitlich zufriedenen Publikum. Bezogen auf den schon fast traditionellen Tourabschluss in Wien lässt sich dann schlussendlich nur noch sagen: „The same procedure as last tour? The same procedure as every tour!“. Und die österreichischen Fans meinen dazu: “We will wait for you!”.

Setlist: Unholy Ground//I Can Break Your Heart//Lifesaver//Afraid Of The Midnight//Little Bit Love//Aim For The Kill//Angels On A Rampage//Forever Yours//I Don`t Dance//Don`t Cry (Don`t Think About It)//Girl Like You//If I Fall//Letters In The Sand//Out Of Tune//Welcome To My Life//Hurtsville (Zugabe)//Fairytale Gone Bad (Zugabe)//Hollywood Hills (Zugabe)

Text & Fotos: Barbara Klaus

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