„Smaragdgrün“ – Filmkritik

Großes Finale mit (kleinen) Schönheitsfehlern

In Kürze (07.07.) kommt mit dem Film „Smaragdgrün“ das große Finale der „Edelstein“-Trilogie rund um Gwendolyn und Gideon auch in die österreichischen Kinos. Die durch Dramatik und Herzschmerz geprägte Handlung richtet sich vor allem an ein (weibliches) jugendliches Publikum, das an der Mischung aus Fantasy- und Romantikelementen Gefallen finden wird.

Nachdem Gideon (Jannis Niewöhner) behauptet hat sie nie geliebt zu haben, ist Gwendolyn (Maria Ehrich) am Boden zerstört. Nur ihrem Gegenspieler, dem Grafen von Saint Germain (Peter Simonischek), will er mit dieser Farce in die Hände gespielt haben. Aber ist dem wirklich so? Nach einer überraschenden Wendung beginnt erneut eine abenteuerliche Reise durch die Zeit für Gwendolyn und Gideon. Nach rauschenden Ballnächten und wilden Verfolgungsjagden stellt sich nun die Frage: Wird es ein wie auch immer geartetes Happy End geben?

Gwendolyn sucht Trost bei ihren Eltern Lucy (Josefine Preuß, li.) und Paul (Florian Bartholomäi, re.).

Obwohl „Smaragdgrün“ nach einem etwas enttäuschenden zweiten Teil – „Saphirblau“ – ein fulminantes Finale zu werden verspricht, erinnert es doch in vielen Punkten an seine beiden Vorgänger. Erneut wird auf die folgenden Bestandteile gesetzt: Dramatik mit einer großen Portion Herzschmerz. So wirkt dies im letzten Part der „Edelstein“-Trilogie schon ein wenig gebraucht und abgetragen. Zu oft schon drehte sich die Beziehung der beiden Hauptcharaktere Gwendolyn und Gideon im Kreis, wobei die auch vermeintlich innovativen Lösungen schon zu sehr auf der Hand liegen. Sie kamen schon zu oft zur Anwendung. Auch die eine oder andere nicht ganz logisch erscheinende Aktion hat sich in die Handlung geschlichen.

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Auch Szenen in historischen Kostümen sind wieder vorhanden.

Problematisch erscheint hierbei für „ältere“ Zuseher – alle die schon dem Teenager-Alter entwachsen sind – das vermittelte Konzept von Liebe. Zu sehr spielen hierbei Elemente, die für Teenie-Romanzen typisch sind, eine bedeutsame Rolle. In Folge dessen erinnern die Hoch-und-Tiefs der Beziehung zwischen Gwendolyn und Gideon vermischt mit Fantasy-Elementen an jene des berühmtesten Vampir-Pärchens der Welt: Bella und Edward aus der „Twilight Saga“, welche sowohl in Buch- als auch Film-Form einen ungeahnten Hype unter Teenagern auslösten. Während sich die Bücher zur aktuellen Fantasy-Reihe („Rubinrot“, „Saphirblau“ und „Smaragdgrün“) weltweit über drei Millionen Mal verkauften, darf bezweifelt werden, dass den Filmen ein ähnlicher Erfolg beschieden sein wird. Denn hierfür ist das Zielpublikum der deutschen Produktion – (weibliche) Teenager im deutschsprachigen Raum – eindeutig zu klein.

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Aber der (spätere) Geist James Pimplebottom (Kostja Ullmann) darf ebenfalls im Finale nicht fehlen.

Insgesamt ist „Smaragdgrün“ ein würdiges Finale, auch wenn es die einen oder anderen Verbrauchserscheinungen aufweist. Die abschließende Frage – „werden Gwendolyn und Gideon ein Happy End erleben?“ – wird wahrscheinlich genügend weibliche Teenager in die Kinos locken, um die Filmproduktion rentabel zu machen. Sie werden sicher auch bei jeder dramatischen Wendung, die der Film nimmt, begeistert mitfiebern und ebenfalls das eine oder andere nicht ganz logisch erscheinende Verhalten problemlos hinnehmen.

Bilder: © 2015 Concorde Filmverleih GmbH

Text: Barbara Klaus

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