„Sieben Minuten nach Mitternacht“ – Filmkritik

Das Monster kommt sieben Minuten nach Mitternacht….

In wenigen Tagen (05.05.) kommt mit „Sieben Minuten nach Mitternacht“ erneut ein Film in die Kinos, welcher die Beziehung zwischen einem Kind und einem Monster in den Mittelpunkt rückt. Die Literaturverfilmung, die vornehmlich für Jugendliche und Erwachsene geeignet ist, besticht mit eindrucksvollen und innovativen Special Effekts, einer herzzerreißenden Geschichte, sowie hervorragenden Schauspielern und Schauspielerinnen. In den Hauptrollen sind Lewis MacDougall, Felicity Jones und Sigourney Weaver zu sehen, sowie Liam Neeson zu hören.

Der junge Conor (Lewis MacDougall) hat es nicht leicht. So wird er nicht nur in der Schule gemobbt, sondern muss sich auch zu Hause mit einigen Problemen herumschlagen. Seine Mutter (Felicity Jones) ist schwerkrank, sein Vater hat erneut geheiratet und ist weggezogen und nun soll er auch noch bei seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver) wohnen. Darüber hinaus quält ihn jede Nacht der gleiche Albtraum. Als sich eines Tages – Sieben Minuten nach Mitternacht – die Eibe (Stimme im Original: Liam Neeson) vor seinem Zimmer in ein Monster verwandelt und ihm Geschichten zu erzählen beginnt, verändert sich das Leben von Conor grundlegend. So verschwimmen Traum und Realität immer wieder mit einander, während das Monster vor Conors Fenster ihn mit seinen Geschichten auf eine traurige Wahrheit vorbereitet…

Conor (Lewis MacDougall) mit seiner krebskranken Mutter (Felicity Jones).

Der Trend hin zu Literaturverfilmungen, die die Beziehung zwischen einem Kind und einem (vermeintlichen) Monster behandeln, wird mit „Sieben Minuten nach Mitternacht“ (Originaltitel: „A Moster Calls“) auch im Jahr 2017 fortgesetzt. Während der Streifen „BFG – Big Friendly Giant“ (2016) letzten Sommer vor allem ein jüngeres Publikum in die Kinos locken sollte und eine herzerwärmende Geschichte rund um die Freundschaft zwischen einem Riesen und einem Mädchen erzählte, kann der Film „Sieben Minuten nach Mitternacht“ kaum als für Kinder geeignet beschrieben werden. Obwohl für diesen ein FSK ab 6 Jahren beantragt wurde, ist dessen schwer zu verkraftender Inhalt eher für Jugendliche und Erwachsene zu empfehlen. So ist auch das Monster in Form einer zum Leben erwachten Eibe alles andere als ein umgänglicher Zeitgenosse. Es versucht Conor mit seinen Geschichten rund um Verrat, Gewalt, Lügen und Glaube bei der Interpretation und Verarbeitung seines eigenen Albtraums zu helfen. Erst mit viel Nachdruck durch das Monster stellt er sich hierbei einer Wahrheit, die alles andere als leicht zu ertragen ist.

Das Monster (Liam Neeson) erzählt Conor zwiespältige Geschichten.

Im Original leiht hierbei Liam Neeson dem monströsen Baum seine Stimme. Optisch erinnert der Baum – mit Hilfe eindrucksvoller und detailreicher Special Effects – an eine größere und ernstere Version von Groot in „Guardians of the Galaxy“ (2014). Ebenso visuell anspruchsvoll als auch zum Nachdenken gedacht, sind die Geschichten, die das Monster Conor erzählt. In der Rolle des Jungen überzeugt der Newcomer Lewis MacDougall. Als krebskranke Mutter beeindruckt Felicity Jones, die bereits u.a. in den Filmen „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ (2014) und „Rogue One: A Star Wars Story“ (2016) das Publikum begeisterte. Die Rolle ihrer Mutter wird im Film von der Hollywoodlegende Sigourney Weaver, bekannt für „Avatar“ (2009) und „Aliens“ (1986), übernommen.

Mit seiner Großmutter (Sigourney Weaver) kommt Conor so gar nicht zurecht.

Insgesamt ist „Sieben Minuten nach Mitternacht“ eine ergreifende und tiefgründige Literaturverfilmung, die für ein anspruchsvolles Publikum produziert wurde. Wer auf der Suche nach oberflächlicher Unterhaltung ist, ist hier eindeutig falsch. Zuschauer, die sich auf den Film einlassen, werden schließlich mit eindrucksvollen Special Effects, die sich jedoch nie in den Vordergrund drängen, und einer Handlung, welche zum Nachdenken anregt, belohnt. Die Mitnahme von Taschentüchern wird jedoch empfohlen.

Text: Barbara Klaus

Bilder: © 2016 STUDIOCANAL GmbH.

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