Schmuckausstellung MAK

Eine Führung mit der Künstlerin durch ihre Ausstellung

Petra Zimmermann führte am 18. 3. 2013 durch die Exhibition ihrer Schmuckobjekte.

 “Im Paradies braucht man keinen Schmuck, aber auf Erden sind sie ein Stück vom Paradies.” Diese Zitat aus einem dionysischen Gedicht, dass sie von einer ihrer zahlreichen Reisen mitbrachte kann als Motto ihres Wirkens gelten. Es wurde auch in einem Armreifen eingearbeitet.

Eigenständiges hervorbringen ihrer Produkte, sowohl was die Entwürfe anlangt als die handwerkliche Darstellung, macht einen weiteren Aspekt ihren ihres Oevres aus. Alle gezeigten Stücke sind Autorenschmuck.

Als aufbauendes Material verwendet sie Acryl, welches gegossen und nachbearbeitet wird.

Ausgangspunkt für ihre künstlerische Entwicklung ist der Schmuckbegriff der 70er Jahre. Ihre Tendenz mit freien und auflösenden Formen zu arbeiten ist nicht Selbstzweck sonder hat als Zielgruppe die freie, selbstbestimmte Frau als Trägerin im Focus, die ausgefallenes aber nicht schrilles bevorzugt. Somit sind ihre Kreationen durchaus alltagstauglich.

Den aus Acryl gearbeiteten Ringen setzt sie Broschen auf, deren Entstehung bis in die 60er Jahre zurückreicht. Ein Schuss gut eingebundener Reminiszenz, die den Eindruck dieser Vintagekollektion abrundet.

Die Broschen die sich aus den Fibeln ableiten sind heute funktionslos und laufen Gefahr beliebig zu werden. So werden von der Künstlerin diesem Sujet neue Funktionen wie Wandschmuck und als Objektträger von stereotypen Menschenbilder in Form von “Cut-outs” aus Printmedien gegeben. Sie lässt florale Motive einfließen als auch Anklänge an Josef Hoffmanns Gitterobjekte, eine originelle Rückblende auf die Wiener Werkstätte.

Die teilweise üppigen Armreifen bedienen sich nicht nur überraschender Formen und Materialien, wie Täschchens, es wird auch der Tragekomfort berücksichtigt. So sind die in den Armreifen eingearbeiteten Kugeln kein gestalterisches Element, sondern haben die Funktion zur Abstützung im Handgelenk. Sollte man sich anschauen.

Eine Foto-Projektion zeigt eine Präsentation des getragenen Schmuckes.

Das Foto zeigt die Künstlerin (li.) neben der Kuratorin. Im Hintergrund eine Leseecke mit einer repräsentativen Auswahl von Fachbüchern für Wissbegierige und Neugierige. Eine Idee die gut angekommen ist und öfter aufgegriffen werden sollte.

Beeindruckendes Zusammenwirken von eigenständiger Kreativität und handwerklicher Gediegenheit, übersichtlich kuratiert wird dem Besucher ein spannendes Erlebnis vermittelt. Ein Muss für jeden Schmuckinteressierten.

Arbeiten von Petra Zimmermann sind in Galerien in Berlin, München, Padua, New York und selbstverständlich am Ort ihres Wirkens Wien vertreten.

Bis 20. 5. besteht noch Gelegenheit die Jewelery Exhibition zu besuchen.

Leopold Sklenar

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