Reportage: “Magie der Vielfalt”

Reportage: “Magie der Vielfalt”

Ausstellung im MAK, Eröffnung 14.2.2012

Anschließend Symposium: „Museum im Wandel“

Einleitende Worte Chr. Thun-Hohenstein, Mak Direktor und R. Franz MAK Kustode

Einleitend führten die vorgenannten aus, dass die gegenständliche Ausstellung, als Arbeitsausstellung von kurzer Hand vorbereitet, als Gegensatz zu einer regulären Ausstellung (lange Vorbereitung) das Mak in seinen vielfältigen Aspekten in ungewöhnlichen Exponaten repräsentieren wolle. Ohne einen durchgehenden Handlungsstrang sondern als schlaglichtartige Zitierung der vielzähligen Themen für die sich das MAK im Laufe seiner Geschichte schon angenommen hat und noch annehmen wird.  

Diese Absicht ist voll gelungen, als Besucher geht man durch eine kurzweilige Präsentation die tatsächlich an allen Ecken und Winkeln zahlreiche Überraschungen bietet, die den Wunsch nach Vertiefung und Ergänzung aufkommen läßt. So würde ich auch als Entzauberung der Magie auffassen einzelne Objekte paradigmatisch hervorzuheben, denn wie durch einen Zauber entstand trotz Vielfalt eine Einheit: Der Überraschungsmoment der jedem Exponat anhaftete und dennoch den Eindruck eines gelungenen Ganzen entstehen ließ. Krüger & Padeller bewiesen Geschmack und Fingerspitzengefühl in diesem Zusammenhang, was nicht unwesentlich zum Gelingen der Ausstellung beitrug.

Das nachfolgende Gespräch im Rahmen des Symposiums zwischen Thun-Hohenstein und Wolfgang Kos (Direktor Museum Wien) verlief ganz nach dem Geschmack des Publikums. Neben aktuellen Problemen der Direktionen stimulierte Thun-Hohenstein seinen Gesprächspartner, daß er seiner Intuition freien Lauf lassen konnte und in kreativer Umgangssprachlichkeit manche seiner Unzufriedenheit zum Ausdruck brachte. Wobei auch das Publikum nicht ungetadelt davonkam.

Nahtlos fügte sich das Gespräch unter der Moderation von Manisha Jothady (freie Kunstkritikerin) zwischen Markus Schinwald (Künstler), Michael Anastassiades (Designer), Bettina Götz (Architektin) in den gelungen verlauf des Abende ein.Wieder einmal wurde bewußt gemacht, daß alles fließt, es keinen Stillstand gibt. Die Kunst die den historischen, gesellschaftspolitischen, technologischen Kontext widerspiegelt ist aufgefordert ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen.

Maßvolle, aber kontinuierliche Entwicklung (insbesondere der Sammlungen) um die Lebendigkeit, des kreativen Gestaltungswillen zu dokumentieren ist für die Zukunft unabdingbar. Dies gepaart mit kritischer Hinterfragung um Disfunkzutionalität zu vermeiden wird die Institution Museum in ihrem Innenverhältnis weiterführen. Nach Außen muß sie sich aktuell von einem Eventtempel zu einer Institution im sozialem Raum entwickeln, die ihre Besucher als Bürger und nicht als passiven Konsumenten wahrnimmt.  

Mag. Leopold Sklenar

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