Reisegedichte

Morgen in der Masai Mara

Noch hält die  Dunkelheit

die späte Dämmerung gefangen.

Der Zebras weiße Streifen tanzen wie fluoreszierend

im Kegel des Lichtes vorbei.

Sie schwinden, eh wir die Steppe erlangen,

das Morgenrot erkennt seine Zeit.

 

Hinter der Höhe, von uns eben verlassen

steigt blutrot, fast bedrohlich, die Sonne empor.

Rasch verbirgt die Nacht ihre dunklen Schleier

und gibt die Hügel für die Morgenröte  frei.

Sie vermag die Kette der fernen Berge in gleißendes Rotgold zu  fassen

und lockt mit verführerischem Leuchten  den neuen, strahlenden Tag hervor.

 

Abend in der Masai Mara

Dort wo der Äquator teilt in Süd und Nord

entschwindet rasch der Tag, fast ohne Übergang.

Des Abendrotes erster Schein ergreift Besitz von der Savanne.

Schemenhaft die Bewegung der Tiere am Wasserloch.

Die Dunkelheit wandert den Teich entlang,

die Schemen zerfließen, sind plötzlich fort.

 

Ein großer, schlanker Masai begleitet im Schein der Laterne zum Zelt.

Überwältigend zeigt der Himmel seine  glitzernde Sternenpracht.

Tierlaute durchdringen gedämpft die Weite der Landschaft.

Die wilde Natur macht für die Nacht sich bereit.

Eine Antilope versperrt den Steig, irritiert von des Lichtes Macht.

Die Laterne aus, leichtfüßig flieht das Tier vor mir in seine dunkle Welt.

 

Gertrud Erbler

 

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