Premiere „Natürlich Blond“ Musical

„Natürlich Blond“ begeistert Publikum

Vergangenen Donnerstag (21.02.) feierte „Natürlich Blond“ im Ronacher Premiere. Das Musical begeistert mit Witz, Charme, gelungenen Choreographien, zwei hinreißenden Hunden und der Message: „Ein helles Köpfchen hat immer Style!“

Jung, Hip und Pink. So lässt sich die neue Musicalproduktion nach dem gleichnamigen Film „Natürlich Blond“ kurz zusammenfassen. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass die Zielgruppe des Stücks vor allem jüngere Leute sind. So sind (fast) alle Hauptdarsteller durchgehend jung, die Musik mitreißend gestaltet und die beiden süßen Hunde besonders für Kinder eine Attraktion.

Die attraktive Blondine Elle Woods (Barbara Obermeier) wird von ihrem Freund Warner (Hendrik Schall) verlassen, da dieser nach Harvard geht um Jura zu studieren und eine „ernstere“ Frau braucht. Tief traurig setzt Elle alles daran auch in Harvard aufgenommen zu werden, um Warner zurückzugewinnen. Nachdem ihr das gelingt nimmt das Musical richtig Fahrt auf. Sie lernt mit der Zeit u.a. den nur bedingt modebewussten Assistenten Emmett (Jörg Neubauer) von Professor Callahan (Alexander Goebel) und die etwas schräge Kosmetikerin Paulette (Ana Milva Gomes) kennen. Am Ende gewinnt sie mit Hilfe ihres Wissens um Stylingprodukte ihren ersten juristischen Fall und auch ein Happy End ist ihr natürlich garantiert.

Die Handlung von „Natürlich Blond“ dem Musical weicht nur in geringem Maß vom gleichnamigen Film aus dem Jahr 2001 mit Reese Witherspoon ab. Alle relevanten Personen, von Emmett, Warner, Vivienne, bis zu Paulette und Kyle sind auch im Musical zu sehen. Nur die eine oder andere Rolle sieht und agiert ein wenig anders als im Film. So wird aus der im Film, Ende 30er, blonden Paulette im Musical eine dunkelhäutige Schönheit mit krass blond gefärbten Haaren. Auch die Liebschaft von Paulette, Kyle, wird im Musical mit deutlich mehr Sexappeal dargestellt, als im Film. Die Aussage von Paulette „Der sieht aus wie aus einem Porno!“ spricht wohl für sich. Neu ist auch das Faible Paulettes für alles irische, kein Wunder also, dass Kyle natürlich auch plötzlich Ire ist.

Die unumstrittene Hauptfigur ist natürlich Elle Woods, welche von Barbara Obermeier dargestellt wird. Auch wenn sie auf den in vielen U-Bahn Stationen ausgehängten Plakaten unnahbar, beinahe künstlich wirkt, so ist auf der Bühne das genaue Gegenteil der Fall. Zutiefst sympathisch schlägt sie das Publikum von Beginn an in ihren Bann, so dass es sich mit ihr freut, weint und lacht. Auch beeindruckend sind die von ihr in rasender Geschwindigkeit durchgeführten Kostümwechsel auf der Bühne. So verschwindet sie nur für einige Sekunden hinter einer Menschenwand oder einem Vorhang, um dann das Publikum mit einem neuen Outfit zu überraschen. Es muss wohl kaum erwähnt werden, dass die meisten ihrer Outfits pink sind.

Besonders gute Arbeit hat Regisseur und Choreograf Jerry Mitchell geleistet. „Natürlich Blond“ besticht mit besonders vielen Gruppen-Choreografien, die durch Cheerleader Outfits in allen Varianten und Hip-Hop Elementen wirken, als würde man sich direkt in einem Teeniefilm wie „Girls United“ und „Step Up“ oder einem Musikvideo von Lady Gaga oder Beyonce befinden. Beeindruckend ist auch die Springschnur –Tanznummer. Singen und gleichzeitig in einem wahnsinnigen Tempo Springschnur zu springen schafft nicht jeder. Nur die Irish Dance Einlage gegen Ende wirkt im Gegensatz zum Rest des Musicals wenig elegant.

Insgesamt ist „Natürlich Blond“ ein mitreißendes Musical, dass vor unterhaltsamen Dialogen und Situationskomik nur so sprüht und zum Glück die meisten Blondinenwitze gekonnt umschifft. Es ist vor allem Leuten ans Herz zu legen, die einen lustigen Abend mit ein wenig Tiefgang im Theater verbringen wollen. Personen, die nicht viel von Damenchören halten und ihre Lachmuskeln nicht überanstrengen wollen, ist eher von einem Besuch abzuraten. Der einzige Wermutstropfen: die beiden wohl bald zu Publikumslieblingen avancierenden Hunde Rufus und Lola sind viel zu selten auf der Bühne zu sehen!

Text & Fotos: Barbara Klaus

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