„P!NK“ Konzertbericht

F**kin‘ Perfect!

Zu Christi Himmelfahrt rockte Pink nach 3 ½ Jahren Abwesenheit endlich wieder in Wien. Großes wurde erwartet und Unglaubliches wurde geboten: altbekannte und neue Hits, beeindruckende akrobatische Einlagen und jede Mengen Wahrheiten über die Liebe.Alles in allem: Pink at her best!

Kurz nach 21 Uhr betrat die amerikanische Sängerin und Songwriterin auf gewohnt spektakuläre Art und Weise, an zwei Bungee Seilen gebunden, die Bühne. Was darauf folgte waren knapp zwei Stunden Vollgas Aktion, wobei sie neben ihren wohlbekannten Hits auch Nummern ihres aktuellen Albums zum Besten gab. Einige ihrer bekanntesten Lieder, wie „Dear Mr. President“ und „Family Portrait“, haben aber in ihrem neuen Programm „The Truth About Love“ keinen Platz mehr gefunden.

Genau unter diesem Zeichen stand der gesamte Abend: „The Truth About Love“. Noch bevor Pink die Bühne betrat, führte Jimmy Slonina, bekannt vom Cirque du Soleil, als eine Art Moderator auf unterhaltsame Art und Weise das Publikum an dieses Thema heran. Er übernahm auch im Laufe des Konzerts des Öfteren die sonst so undankbare Aufgabe das Publikum während der etwas länger dauernden Umbauarbeiten und Kostümwechsel zu unterhalten. Jedoch verflogen diese durch seine witzigen Einlagen, sowie Tanzperformances und Videoeinspielungen wie im Flug.

Über die Performance selbst lässt sich kaum ein schlechtes Wort verlieren. Die Show war bombastisch, fantastisch, faszinierend. Wie schon bei ihrer letzten Show in Wien, setzte die Sängerin auch dieses Mal wieder viele akrobatische und zum Teil halsbrecherisch anmutende Elemente. So kamen nicht nur immer wieder Seile, an welchen sie sich gekonnt herabließ, zum Einsatz, sondern auch ein Käfig, in welchem sie mit ihren Kollegen beeindruckende Einlagen absolvierte und dabei ihren bis in den letzten Muskel durchtrainierten Körper zur Schau stellte. Im Gegensatz zur Funhouse-Tour, mit welcher sie auch in der Stadthalle 2009 Halt machte, wirkte ihr gesamter Auftritt um einiges rockiger, dafür aber auch weniger farbenfroh und verrückt.

Die größte Hochachtung muss an dieser Stelle auch dem ganzen, musikalischen und tänzerischen, Team von Pink entgegengebracht werden. Pink hat es auch dieses Mal geschafft die besten der besten für ihre Tour zusammenzutrommeln, wobei sie zusammen auf der Bühne fast wie eine Familie wirkten und sich scheinbar auch ohne Worte verstanden. Außerdem zeigte sich die an diesem Abend besonders gut gelaunte Sängerin, im Gegensatz zu manch anderen Stars, überraschend Fan-nah. Bereitwillig unterschrieb sie sogar von der Bühne aus Autogramme und sammelte ein Stofftier nach dem anderen, welches auf die Bühne geworfen wurde, ein.

Einmal abgesehen von der fulminanten optischen Seite, konnte Pink leider nicht immer ihr gesamtes musikalisches Können voll ausspielen. Vor allem bei den Refrains der schnelleren und rockigeren Nummern, verließ sie sich leider viel zu oft auf ihre zwei (auch talentierten) Backgroundsängerinnen. So sang sie bei so manchen Liedern nur die Strophen tatsächlich mit. Ihr gesamtes stimmliches Talent wurde in Folge dessen nur u.a. bei dem eher ruhigeren Lied und aktuellen Hit „Just Give Me A Reason“ sichtbar. Oftmals wurde derartig die Show auf Kosten des musikalischen Genusses mit geradezu schwindelerregendem Tempo vorangetrieben. Die doch grundsätzlich schlechte Akustik der Wiener Stadthalle tat in diesem Fall ihr übriges.

Insgesamt war es ein atemberaubender Abend, dem Pink mit ihrer Schlusseinlage sogar noch eins draufsetzte. An vier diagonalen Bungee Seilen verankert, segelte sie zu den Klängen von „So What“ durch die bis zum letzten Platz ausverkaufte Wiener Stadthalle. Alles in allem war das Konzert, einmal abgesehen von der musikalisch zum Teil nicht immer befriedigenden Performance, um es mit den Worten von Pink zu sagen: „F**kin‘ Perfect!“

Barbara Klaus

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