Operettenklänge für Feinschmecker – Wiener Operettenensemble

Operettenklänge für Feinschmecker

Mit einer fulminanten Leistung servierte das „Wiener Operettenensemble“, am 05. September 2018 im Amtshaus des 15. Wiener Gemeindebezirkes einen Gala-Abend.

 

Erstmals begleitet vom erstklassigen „Wienerwald Salonorchester“ unter der Regie von Max Buchleitner und der musikalischen Leitung des formidablen Musikers und Pianisten, Maximilian Schamschula, führten die jungen Sänger und Sängerinnen des fünfköpfigen Ensembles quer durch das Land der goldenen und silbernen Zeit der Operette. Sie spannten den Bogen bis zu bekannten, in die Seele der Wiener führenden Wienerlieder.

Eingeleitet durch die konzertante, bekannte Weise von „Wien, Wien nur du allein“, folgte ein Sprühfeuer an klangvollen Stimmnuancen, wobei aber auch die schauspielerischen Leistungen hervorragend waren.

 

  
Wenn Michael Weiland (Bariton), mit Emmerich Kalmanns Melodie von seinem Puzikam, Elisabeth Jahrman (Koloratursopran) träumen will, oder beide gesanglich und tänzerisch mit akrobatischen Einlagen von Varazdin träumen, wenn Philipp Landgraf (Bass-Bariton) als Schweinezüchter Kâlmân Szupân aus dem Zigeunerbaron von Johann Strauss, mit seiner klangvollen Bassstimme erklärt, dass das Schreiben und das Lesen, nie sein Fach gewesen sei, wenn Elisabeth Jahrmann sich gekonnt dem Herrn Marquise anpreist, haben sie nicht nur die Musikliebhaber, sondern auch die Lacher auf ihrer Seite.


Ellen Halikiopoulos (Sopran), bezauberte besonders als Guiditta aus der gleichnamigen Operette von Franz Lehar mit ihrer weichen, einschmeichelnden Stimme und hatte einen glanzvollen Auftritt als anständige Frau, „Aus der lustigen Witwe“. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus, welche stimmlichen Qualitäten Ellen zu Tage förderte.

 

Nicht fehlen bei dem Operettenreigen durfte Johann Strauss mit: Eine Nacht in Venedig – Du nur Du aus der Fledermaus, auch Paul Abraham mit: Mausi, süß warst du heute Nacht. Vertreten war auch Ralf Benatzky mit: Es muss was wunderbares sein, von dir geliebt zu werden und Millöcker Landstreicher: Sei gepriesen du lauschige Nacht.

 

Mit den Wienerliedern: Verkaufts mei Gwand, gesungen von Philipp Landgraf, und bei: Ein kleines Kaffee in Hernals interpretiert von Elisabeth Jahrmann, kam die Wiener Seele so richtig zum Zug.

 

Der neu zum Ensemble gestoßene Severin Praßl (Tenor) überzeugte mit seiner wohltönenden Tenorstimme als Solist ebenso wie im Ensemble. Er ist ein echter Gewinn für die junge, neu aufgestellte und aufstrebende Gruppe.

 

 

Aufgelockert wurden die Gesangsnummern durch kleine Sketches, von den Sängern selbst dargestellt und durch die ausgezeichnete Moderation von Hermann Jahrmann, der es verstand mit kleinen Hintergrundinformationen und Anekdoten über Komponisten und Schauspieler geschickt zu den Musikstücken überzuleiten. Manchmal war er akustisch nur mit Mühe zu verstehen, jedoch präsentierte er die Gruppe mit sehr viel Gefühl.

Der Abend endete mit begeistertem lang andauernden Applaus, dem eine Zugabe folgte.

Es war eine wahre Operetten-Gala vom Feinsten und man kann dem gesamten Team, das mit so viel Eifer, Fleiß, Können und Spaß dabei war, für sein Gastspiel, demnächst auf ihrem Tourneeprogramm in Hamburg, durchschlagenden Erfolg wünschen.

Dieser Artikel ist auch, weil es eine besondere Gruppe ist, unter: Kulturinstitut scribere et legere zu finden.

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