„Nichts zu verschenken“ – Filmkritik

Dany Boon als (unsympathischer) neurotischer Geizkragen

In Kürze startet der Film „Nichts zu verschenken“ auch in den österreichischen Kinos. Die französische Komödie setzt sich auf (mehr oder weniger) humorvolle Art und Weise mit dem Phänomen des Geizes auseinander. In der Hauptrolle ist der französische Schauspieler Dany Boon, bekannt u.a. für „Willkommen bei den Sch`tis“ (2008) und „Super-Hypochonder“ (2014), zu sehen.

Francois Gautier (Dany Boon) ist nicht nur ein begnadeter Violinist, sondern ebenfalls ein extremer Geizkragen. Es macht ihn glücklich Geld zu sparen, wenn er dieses jedoch ausgeben muss bekommt er Panikattacken. Er pflegt keine Beziehung und hat keine Kinder, diese wären zu teuer. Als jedoch eines Tages ohne Vorwarnung Laura (Noémie Schmidt) vor seiner Tür steht und behauptet seine Tochter zu sein, verändert dies sein gesamtes Leben. Noch dazu trifft er bei der Arbeit auf die soeben in die Stadt gezogene Cellistin Valérie (Laurence Arné), in die er sich Hals über Kopf verliebt. Wird er es schaffen seinen krankhaften Geiz zu überwinden?

Francois (Dany Boon) bemalt sogar seine Schuhe, um Geld zu sparen. (© Margot Simonney@JERICO)

Die Grundidee des Films – einen alten Knauser zu bekehren – ist alles andere als schlecht und erinnert ein wenig an Ebenezer Scrooge. Jedoch kann sich der Film von Beginn an nicht entscheiden, ob die komischen oder die tragischen Elemente überwiegen sollen. So kommt es zu einer Vermischung tragisch-komischer Momente, welche jeglichen Witzen ihre Leichtigkeit rauben. So erscheint der gerade einmal 90 Minuten lange Film bereits nach kurzer Zeit zäh und nicht besonders unterhaltsam.

Zuerst verliebt ersich in Valérie. (© 2016 MITICO – GAUMONT – M6 FILMS – PCF BALLERINA LE FILM INC)

Dabei ist das Publikum gerade vom französischen Schauspieler und Komiker Dany Boon ganz anderes gewöhnt. Nachdem er mit „Willkommen bei den Sch`tis“ (2008) auch im deutschsprachigen Raum seinen Durchbruch schaffte, feierte er mit „Nichts zu verzollen“ (2010) und „Super-Hypochonder“ (2014) weitere Kinoerfolge. Mit sehr schrägen, aber dennoch liebenswürdigen Charakteren zog er hierbei immer wieder das Publikum in seinen Bann. Ganz anders verhält es sich mit „Nichts zu verschenken“. Als unsympathischer Geizhals stolpert er durch eine zu vorhersehbare Handlung und dürfte zu keinem Zeitpunkt das Mitgefühl der Zuschauer wecken. Der wesentliche Unterschied zwischen dem Film „Nichts zu verschenken“ und seinen vergangenen Projekten besteht darin, dass er bei diesen ebenfalls als Regisseur und Drehbuchautor tätig war. Bei „Nichts zu verschenken“ übernahm die Regie Fred Cavayé, und mischte, ebenso wie eine Reihe anderer Autoren, beim Drehbuch mit. Das Sprichwort „Zu viele Köche verderben den Brei“ kann hier ohne Probleme angewendet werden.

Und dann taucht auch noch seine Tochter Laura (Noémie Schmidt) bei ihm auf. (© Thomas Bremond@JERICO)

Insgesamt ist „Nichts zu verschenken“ der Versuch ein aktuelles Gesellschaftsphänomen völlig überspitzt in Szene zu setzen und mit humoristischen und tragischen Momenten aufzuladen. Er misslingt leider über weite Strecken aufgrund der Inkompatibilität von Komödie und Tragödie und scheitert vor allem an der fehlenden Sympathie für den Hauptcharakter. Fans von Dany Boon werden dennoch unterhalten werden, da er, wie immer, versucht das Beste aus der Geschichte zu machen.

Text: Barbara Klaus

Titelbild: © Margot Simonney@JERICO 

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