Missverständliche Ankündigung – Multikulturelles Kunterbunt

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Unter dem Titel:
Fragile Hands  A Curatorial Essay on Stated Subjectives lud die Universität für angewandte Kunst im Heiligenkreuzer Hof zu einer Ausstellung ein.

Die barock ausgestalteten Räume besonders das Refektorium und die Sala terrena bilden zum Teil spannende Kontraste zu den ausgestellten Werken. Wohl wird akzeptiert, dass es  mitunter zu einem Zurücktreten des Werkes hinter den Rahmen kommt.
Das Kollektiv der Künstler, welches mehrheitlich aus Ländern kommt, in denen soziale und politische Standards wie in Europa fremd sind, beschäftigt sich naturgemäß mit den schwierigen Bedingungen in ihren Herkunftsländern. Dies ließ auch den Eindruck entstehen, als gäbe es in Europa nur sehr „privilegierte“ Probleme. Im Vordergrund steht hierbei das Verhältnis zwischen Material und Umgebung die ihnen in der jeweiligen Kultur zur Verfügung stehen. Besonders soll auch der Zustand, in dem sie sich zu recht  finden müssen, hervorgehoben werden. Teilweise werden die Themen drastisch dargestellt, jedoch nicht immer völlig neu interpretiert. Weiters findet  immer noch eine faszinierende Auseinandersetzung mit dem indisch religiösen Kolorit statt. Zwar sind die Inhalte erklärungsbedürftig weil für Europäer weitestgehend unbekannt, dennoch sind die Objekte eindeutig zuordenbar. Der Betrachter fühlt sich teilweise in die späten 60-er Jahre zurückversetzt. Der Stil ist noch immer erfrischend aktuell und klar wiederzuerkennen.

Missverständlich ist der Titel: Fragile Hands insofern, als wir einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Titel, ausgestellten Objekten und dem Kontext nicht erkennen konnten.
Klar ist auch, dass bei einem so großen Künstlerkollektiv ein roter Faden nicht zustande kommen kann. Zu unterschiedlich sind die Standpunkte und Auffassungen. Dies macht vielleicht das besondere Flair der Ausstellung aus und trägt auch zu einigen Überraschungsmomenten bei. Am besten man überzeugt sich selbst, bis 11. April 2014 ist noch Zeit.

Im Zuge dieser Ausstellung präsentierte die Universität auch ihr neues Residency Programm, das internationalen Gästen einen Arbeitsaufenthalt anbietet.

Der Kurator der Ausstellung, Shaheen Merali, ist nun der erste Artist in Residence.

Bicsik & Sklenar

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