Meine Vision für das Danach

Ja, die gibt es, sogar schon eine ganze Weile, obwohl ich bis heute nicht genau weiß, wie viele sie mittragen.
Beginnen wir mit der Wirtschaft.
Es wird keine globalistische mehr geben, bestensfalls in allmählich sterbenden Überbleibseln. Die Rückkehr zu nationalen und regionalen Strukturen und der Start eines Bedingungslosen Grundeinkommens (zinslose, goldgestützte Währungen) führt zu einem Aufblühen der Regionen insgesamt, zu einer Besinnung auf die ihnen eigenen Stärken und Ressourcen. Unzählige interkontinentale Transporte und Transportwege fallen weg oder werden stark reduziert, was die Erholung der Natur und den Erhalt unseres Planeten sichert. Für die in welchen Bereichen auch immer Tätigen gibt es kein Hamsterrad mehr, weil keine Existenzangst. Außer einer auf sämtliche Produkte erhobenen Mehrwertsteuer fallen schließlich auch alle Abgaben weg, die wir jetzt noch kennen. Menschen beginnen, ihre wahren Talente und Interessen zu entdecken, merken mehr und mehr, womit sie der Gemeinschaft dienen wollen. Geleistete Arbeit gewinnt damit in großer Breite eine nie dagewesene Qualität. Alles, was hergestellt wird, trägt die Schwingung einer begeisterten, freudvollen Motivation. Billigprodukte von Außerhalb können mit Zollaufschlägen daran gehindert werden, die regionalen Strukturen zu unterminieren und zur alten Form des Wirtschaftens zurückzukehren; irgendwann wird es sie nicht mehr geben. Schließlich wird insgesamt erheblich weniger gekauft, zumal der Mensch weniger Ersatzbefriedigung braucht. Der Tourismus wird ebenfalls stark zurückgefahren werden, da der Wunsch nach einem Erholungsurlaub seltener wird bis wegfällt. (Menschen, die an ihrer Tätigkeit Freude haben, brauchen keine Erholung von ihr.) Man wird nur noch in andere Länder reisen, wenn man diese intensiv kennenlernen möchte. Einige Geschäftsreisen wird es durchaus weiterhin geben, doch im Vergleich zum Vorher erheblich weniger.
Gesellschaft: Die Menschen haben sehr viel Zeit für das Miteinander, für Kinder und Alte, auch dafür, sich auszuprobieren und zu bilden (Kunst erleben, Lesen, Theater, Musik u. ä.). Man lernt wieder, wie es ist, sich ganz und gar aufeinander einzulassen, beginnt, die Essenz der Liebe zu verstehen. Es wird echte Toleranz geben, nichts von irgendeiner Partei oder Regierung Befohlenes, nichts, womit sich jemand profilieren will, sondern aus dem Herzen kommender Respekt, der einfach und lernbereit da ist und ankommt, so daß er es nicht nötig hat, ständig verbal betont zu werden. Man beherzigt einfach die uralte Regel: „Behandle jeden Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest.“
Natur: Unsere entspannte, dankbare und liebevolle Haltung dehnt sich auf Tiere und Pflanzen aus. Für die ersteren (die, die wir bisher als „Nutztiere“ ansahen) schaffen wir entweder harmonische Bedingungen, die auch ihnen ein freudevolles Leben ermöglichen, oder wir schenken ihnen ihre volle Freiheit. Wenn wir sie noch als Spender verschiedener Nahrungsmittel nutzen möchten, tun wir das, indem wir ihnen spürbar dafür danken, sie vor allem nicht qualvoll zu Tode bringen oder gnadenlos ausbeuten. Auch mit den Pflanzen, die uns mit ihren Nahrungs- wie Heilkräften dienen, gehen wir bewußt und respektvoll um und greifen in die Abläufe der Natur nur dann ein, wenn wir mit ihr Zwiesprache geführt und ihr Einverständnis erhalten haben.
Regierung, Gerichtsbarkeit: Wir wählen Menschen, die sich im Kleinen bewährt haben und die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen in eine Art Ältestenrat, Thing o. ä. Bezahlung können sie bekommen, aber gewissermaßen nach Leistung. Wer zeigt, daß er seiner Aufgabe nicht gewachsen ist, dem wird nahegelegt, sich nicht länger mit ihr herumzuschlagen. Für die Gesamtgemeinschaft bedeutende Entschlüsse bedürfen eines Volksentscheids. (Parteien darf es keinesfalls mehr geben, denn sie haben uns die alte Welt eingebrockt und immer wieder für kaum überbrückbare Spaltung gesorgt.) Auch für die Rechtsprechung braucht es Menschen mit einem lebendigen Gerechtigkeitsgefühl statt der bisherigen durch ein Jurastudium ausgelösten Karriereleitern. Hier hieße das Zauberwort BERUFUNG. Vielleicht machen plötzlich Richter von sich reden, die kreativ Recht sprechen, d. h., über Delinquenten, die sich auf irgendeine Weise vergangen haben, „Strafen“ verhängen, die intensiv mit der entsprechenden Tat zu tun haben. Diese kann entweder, falls möglich, wieder gutgemacht werden, oder der Täter kann im Dienst an der Gemeinschaft für das eigene Leben (und nicht für neue kriminelle Handlungen!) erheblich dazulernen. Der Knast fiele dann allmählich ganz weg. Der Bezug eines Grundeinkommens wird die kriminelle Energie der meisten Menschen ohnehin stark in Grenzen halten.
Medien: Da sie wegen der anderen bereits genannten Komponenten kaum noch Macht ausüben können, wird ihre Quantität erheblich reduziert werden, damit Qualität und Unabhängigkeit gewährleistet bleiben. Außerdem wird der Bedarf der Menschen an Medienkonsum sehr stark zurückgehen, weil ihr Glücks- und Zufriedenheitsempfinden in dem Maße zunimmt, wie das Bedürfnis nach Betäubung des Geistes weicht.
Erziehung: Alle, die nicht schon im Elternhaus und während ihres Lebensvollzugs lernen, was sie für ihren Werdegang brauchen, werden ganzheitliche Schulen besuchen. Die Modelle der Montessori-, Nachbarschafts- oder auch Waldorfschulen werden vor allem deswegen weiterleben und verstärkt Zulauf finden. Voraussichtlich wird es auf diesem Gebiet auch ganz neue, von mir noch nicht deutlich erkennbare Entwicklungen geben.
Gesundheit: Da das Glücksempfinden der Menschen durch all die bereits genannten Komponenten stark angestiegen ist, werden kranke Zustände immer seltener werden. Wenn dennoch etwas aus der Balance gerät, wird der Betroffene genügend Vertrauen in sein Immunsystem haben und wissen, daß der Körper selbst sein bester Heiler ist. Für das, was dann noch an Krankheitsfällen übrigbleibt, werden sehr wenige Ärzte, Heilpraktiker, Schamanen, was auch immer, genügen. Impfungen werden der Vergangenheit angehören…
Verteidigung: Menschen, die Verantwortung für ihr Leben übernommen haben, könnten sehr wohl eine Waffe im Wandschrank führen. Obwohl diese entweder der Dekoration dienen wird oder als Symbol. Armeen mögen noch ein paar Jahre existieren, aber ich schätze, sie werden rasch schrumpfen. Motivationen für Kriege könnten noch von ein paar (religiösen? ideologischen?) Fanatikern kommen, doch auch die verlieren sich, wenn jeder Mensch ein Grundeinkommen bezieht und problemlos seine Grundbedürfnisse befriedigen kann.
Vielleicht würde mir noch manches einfallen, wenn ich mir Zeit lasse. Aber entscheidet selbst: Ist das nicht schon mal ein wunderbarer Anfang? Oder sagen wir besser: eine Diskussionsgrundlage?
Andreas H. Buchwald                                                    Greith, 24. Mai 2020

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