„Lukas Graham“ – Konzertbericht

Von Liebe, Familie und Vaterschaft

Gestern (18.03.17) trat die dänische Band „Lukas Graham“ erstmals in Wien auf. Mit im Gepäck hatten sie hierbei ihr neues Album „Lukas Graham (Blue Album)“ inklusive ihrer Hitsingle „7 Years“ (2015). Das durchwegs (sehr) junge Publikum sang aber nicht nur begeistert bei dieser Nummer mit, sondern klatschte ebenfalls zu nicht aus dem Radio bekannten Liedern mit. Der Begeisterung konnten selbst ein Textaussetzer und zum Teil schwer verdauliche Songinhalte keinen Abbruch tun.

Eigentlich sollte die Wien-Premiere der Band „Lukas Graham“ bereits im Jahr 2013 stattfinden. Diesem Plan machte jedoch der plötzliche Stimmverlust des Leadsängers einen Strich durch die Rechnung. Erst vier Jahre später kam es schließlich zum lang ersehnten Auftritt der dänische Band im Wiener Gasometer. Rund 2.000 Konzertbesucher nahmen die Gruppe rund um den Leadsänger Lukas Forchhammer begeistert im Empfang. Den Song „7 Years“ dürfte so mancher Zuschauer ein wenig zu wörtlich genommen haben, denn zwischen Jugendlichen und Erwachsenen tummelte sich eine ganze Reihe an Kindern im Volksschulalter, die von ihren Eltern zum Konzert mitgenommen wurden. Auf Sitzplätzen, welche leider diesmal nicht zur Verfügung standen, hätte ihnen wohl das Konzert mehr Spaß gemacht.

Rund 1 ¼ Stunden präsentierten „Lukas Graham“ viele Songs ihres aktuellen Albums „Lukas Graham (Blue Album)“, welches 2015 veröffentlicht wurde. So breit gefächert die in den Liedern angesprochenen Themen sind, so vielfältig sind die Musikstile, die die Band in diesen verarbeitet. Von Rock, Pop bis Soul und Rap ist alles dabei. Als besondere Ohrwürmer stellten sich die gleich zu Beginn performten Songs „Take the World by Storm“ und „What Happened to Perfect“ heraus. Partystimmung kam schlussendlich mit den sehr eingängigen und beschwingten Liedern „Strip No More“ und „Hayo“ auf.

Zwischendurch musste das Publikum jedoch auch deutlich schwerere Kost verdauen. So sprach der Leadsänger wiederholt über seinen Vater und welchen Einfluss dieser auf ihn hatte. Er widmete ihm nach seinem Tod im Jahr 2012 den Song „You`re Not There“, in welchem er bedauert, dass er seine (musikalische) Entwicklung nicht mehr miterleben kann. Auch über das Schicksal mancher Freunde, die im Gefängnis sitzen, sprach Lukas Forchhammer. Deutlich erfreulicher war schlussendlich die Verkündigung, dass seine Frau und seine Tochter (6 Monate alt) mit in Wien sind. Weiters erzählte er über seine Angst als Vater Fehler zu machen, bevor er schließlich den Song „Happy Home“ darbrachte. Genau in diesem passierte ihm auch nach kurzer Zeit ein massiver Texthänger, sodass er das Lied ein weiteres Mal von Beginn an sang.

Insgesamt war das Konzert von „Lukas Graham“ ein sehr interessanter, beschwingter Abend, der dennoch zum Nachdenken anregt. Von kompletten Mainstream-Songs ohne Aussage kann bei der dänischen Band kaum die Rede sein. Vielmehr verbindet sie Lyrics mit Message mit eingängigen Melodien. Nur über den Kleidungsstil des Leadsängers lässt sich kontrovers diskutieren. Das Unterhemd-artige Oberteil wurde er, ebenso wie der Gitarrist Magnus Larsson, jedoch bereits nach der Hälfte des Konzerts los. Eine Rückkehr von „Lukas Graham“ würde aber dennoch wohl nicht nur das weibliche Publikum begeistern.

Text & Fotos: © Barbara Klaus

 

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