„London Has Fallen“ – Filmkritik

Action, Action und noch mehr Action

In Kürze (11.3.) kommt der Actionfilm „London Has Fallen“ auch in die österreichischen Kinos. Die Fortsetzung von „Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr“ (2013) orientiert sich inhaltlich und stilistisch stark an dessen Vorgänger und setzt erneut gekonnt Gerard Butler als Leibwächter des US-amerikanischen Präsidenten in Szene. Über die Originalität des Films lässt sich streiten, jedoch können die Actionszenen und Special Effekts als über weite Strecken erneut gelungen beschrieben werden.

Als der britische Premierminister unter mysteriösen Umständen stirbt, versammeln sich dennoch Staatsmänner und –frauen aus aller Welt zu dessen Beerdigung in London. An der Trauerfeier nehmen natürlich auch der US-amerikanische Präsident Benjamin Asher (Aaron Eckhart) und dessen Leibwächter Mike Banning (Gerard Butler) teil. Aber noch bevor diese beginnen kann, erschüttert eine Reihe an Explosionen London, die nicht nur viele Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Englands zerstört, sondern auch viele ZivilistInnen und für das Begräbnis angereiste PolitikerInnen tötet. Nun gilt es den US-amerikanischen Präsidenten in Sicherheit zu bringen. Verfolgt durch zahlreiche Terroristen, versuchen der US-amerikanische Präsident und dessen Leibwächter aus der Metropole zu fliehen.

Mike (Gerard Butler) und Benjamin (Aaron Eckhart) auf der Flucht durch Londons Straßen.

Wie auch im ersten Teil, „Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr“ (2013), steht auch dieses Mal, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag, erneut der US-amerikanische Präsident im Fokus der Attentäter. Was zunächst nach einem Schlag gegen die gesamte westliche Welt aussieht, entpuppt sich, ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, schließlich als ein persönlicher Racheakt und gefinkelte Falle, die für den Präsidenten ausgelegt wurde. Stellt sich nur am Ende die Frage: Wozu stürze ich eine ganze Stadt ins Chaos und ermorde Staatsmänner und -frauen aus aller Welt, um meine Rachegelüste auszuleben? Eine Frage, auf die der Film keine Antwort parat hält. So ist auch „London Has Fallen“, obwohl er in Europa spielt, Ausdruck typisch amerikanischer Werte und Ansichten. Die „Wir machen euch alle (Terroristen) fertig“-Mentalität erreicht im Rahmen dessen ein neues Rekordhoch. Als perfekte Abrundung hätte nur noch das klassische Bruce Willis Zitat aus „Stirb Langsam“ (1988) – „Jippie-Ja-Jeh, Schweinebacke!“ – gefehlt.

Der US-amerikanische Vizepräsident (Morgan Freeman, 2.v.r.) kann nichts tun.

Ähnlich wie Bruce Willis, mutiert auch Gerard Butler erneut in eine gezielt um sich schießende Killermaschine. Während um ihn herum Terroristen als auch Verbündete zu Dutzenden zu Boden gehen, bekommt er kaum einen Kratzer ab und geht erneut als Held der Nation aus der Katastrophe hervor. Diesmal marschiert er sogar stilecht im Anzug durch die gesamte Mission. So erinnert Butler dieses Mal umso mehr an eine interessante Kombination aus John McClaine (Bruce Willis Charakter in „Stirb Langsam“ (1988)) und James Bond. Aber auch der US-amerikanische Präsident, welcher von Aaron Eckhart dargestellt wird, greift, als sie sich zusammen durch halb London schlagen, selbst zur Waffe. So ist er nicht abermals (die meiste Zeit über) eine hilflose Geisel, die von seinem Leibwächter (Gerard Butler) gerettet werden muss, sondern setzt sich tatkräftig selbst für seine Sicherheit ein.

Am Ende ist es wieder Mike’s (Gerard Butler) Aufgabe die Lage zu retten.

Insgesamt ist „London Has Fallen“ eine gelungene Fortsetzung, die noch stärkere inhaltliche Schwächen als sein Vorgänger aufweist, jedoch mit gelungenen Actionszenen und Special Effects überzeugt. Bei Fans von „Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr“ (2013), wird auch dessen Nachfolger Gefallen finden. Über die Angemessenheit der Darstellung eines solchen geplanten Anschlages in Anbetracht der Ereignisse in Paris im November lässt sich jedoch kontrovers diskutieren.

Text: Barbara Klaus

Bilder: © 2016 Universum Film GmbH

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