„La La Land“ – Filmkritik

Zwei Träumer singen und tanzen durch LA

In Kürze (13.01.) kommt mit „La La Land“ einer der am meisten erwarteten Filme des Jahres 2017 auch in die österreichischen Kinos. Ausgezeichnet mit sieben Golden Globes, ist das Musical auch einer der Favoriten für die kommende Oscar-Verleihung, die Ende Februar in Los Angeles stattfindet. In den Hauptrollen des zugleich unterhaltsamen als auch tragischen Films sind Emma Stone und Ryan Gosling zu sehen.

Im Los Angeles der Gegenwart treffen zwei nostalgische Charaktere aufeinander, die noch immer versuchen den amerikanischen Traum zu leben. Die leidenschaftliche Schauspielerin Mia (Emma Stone) liebt klassische Hollywoodfilme, wie etwa „Leoparden küsst man nicht“ (1938) und „Casablanca“(1942). Sebastian (Ryan Gosling), ein ebenso begeisterter Musiker, versucht seinen eigenen Club aufzumachen und damit den Jazz zu retten. Kein Wunder, dass sich diese zunächst abgeneigten Figuren sich gerade im Kino zu „…denn sie wissen nicht, was sie tun“ (1955) mit James Dean näher kommen. Während sich beide mit schlecht bezahlten Nebenjobs durchschlagen müssen, geben sie sich gegenseitig Kraft und arbeiten zu zweit daran endlich groß raus zu kommen. Jedoch beginnt ihre Beziehung aufgrund des kommenden Erfolges immer weiter zu bröckeln.

Im Kino kommen sich Mia (Emma Stone) und Sebastian (Ryan Gosling) näher.

Nach seinem mehrfach ausgezeichneten Werk „Whiplash“ (2014), wagte sich der Regisseur Damien Chazelle mit „La La Land“ erneut an einen Musikfilm – mit Erfolg. So räumte das Musical bei den diesjährigen Golden Globes nicht nur sieben Auszeichnungen u.a. in den Kategorien „Bester Film“ und „Beste Regie“, ab, sondern stellte damit zugleich einen neuen Rekord auf. Noch nie zuvor wurde ein Film mit so vielen Golden Globes prämiert. Hierbei stellt sich die Frage: ist „La La Land“ tatsächlich besser als alle bisherigen Filmproduktionen?

Keith (John Legend) engagiert Sebastian (Ryan Gosling) für sein Musik-Projekt.

Eine klare Antwort kann darauf nicht gegeben werden. Es scheint jedoch so zu sein, dass das Musical den Nerv der Zeit getroffen hat und dem Publikum das gibt, was es braucht – eine komplett unpolitische, zugleich innovative und nostalgische Hommage an die Fred Astaire und Ginger Roger Musicals der 1930er Jahre. Damien Chazelle hat hierbei den schwierigen Spagat zwischen Altem und Neuem ausgezeichnet gemeistert. So ergibt sich der Film nie in nostalgischen Elementen, sondern lässt diese oftmals unterschwellig mit einfließen. Spezielle Auf- und Abblenden, sowie Kadrierungen, die an das Hollywood der 1930er und 1940er Jahre erinnern, gehören schon zu den auffälligsten Anspielungen auf diese Zeit. Zugleich bringt Damien auf witzige und nüchterne Art und Weise moderne Gegenstände (Handys, Autos etc.) in den Film mit ein und erweitert die klassische Hollywood Narration durch ein (nur) partielles Happy End.

Währenddessen versucht Mia (Emma Stone) mit einem Theater-Soloprogramm ihr Glück.

Mit Ryan Gosling und Emma Stone hat sich Chazelle gleich zwei der angesagtesten Hollywood-Stars der Gegenwart geangelt. Gosling, bekannt u.a. für „Wie ein einziger Tag“ (2004) und „Drive“ (2011), gibt einen überzeugenden Jazz-Liebhaber, der einerseits seinen Lebenstraum eines eigenen Ladens zu verwirklichen versucht und andererseits das Geld hierfür aus einem Projekt generieren muss, dass seinen eigenen musikalischen Überzeugungen widerstrebt, ab. Ihm gegenüber steht Emma Stone, bekannt für „Einfach zu haben“  (2010) und „The Help“ (2011), in der Rolle der Mia, die nach vielen erfolglosen Vorsprechen genug hat und alles auf eine Karte setzt – die Produktion ihres eigenen Theaterstücks mit ihr als einzige Darstellerin. Wenngleich sich über ihre gesanglichen Talente, vor allem jenes von Ryan Gosling, streiten lässt, so überzeugen sie auf tänzerischer als auch schauspielerischer Ebene. Leichtfüßig steppen sie auf einer Straße über Los Angeles und steigen klassisch tanzend in den Himmel auf. Als Gaststar ist weiters niemand geringerer als der erfolgreiche Singer-Songwriter John Legend, bekannt für seine Lieder „All of Me“ und „Tonight“, zu sehen.

Könnte am Ende das Happy End für Sebastian (Ryan Gosling) und Mia (Emma Stone) so aussehen?

Insgesamt ist „La La Land“ eine wunderbare Hommage an die klassischen Hollywood-Musicals der 1930er Jahre und ist jedem Filmliebhaber zu empfehlen. Wesentlich einfacher und bodenständiger gehalten als z.B. „Der Große Gatsby“ (2013), verfügt der Film über eine deutlich persönlichere Note, die auch dessen Charme ausmacht. Es fällt schwer mit dem On-Screen Traumpaar Emma Stone und Ryan Gosling, welches schon zusammen in „Crazy, Stupid, Love“ (2011) zu sehen war, nicht mitzufühlen. Bei der kommenden Oscar-Verleihung dürfte der Film wohl auch noch ein Wörtchen mit zu reden haben.

Text: Barbara Klaus

Fotos: © 2016 STUDIOCANAL GmbH

 

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