KUMST – „Die Gastgeberinnen“

Am Samstag, dem 22. August 2020, hatte das interessierte Publikum des KUMST in Strasshof ein ganz besonderes Vergnügen. Es konnte die Weltpremiere des vierten Theaterstückes mit dem Titel „Die Gastgeberinnen“,  der Theaterinitiative LADYGLICH  genießen.

Die Gruppe von sechs jungen Schauspielern, (vier weiblich, zwei männlich) zugleich exzellenten Tänzern und Pantomimen, versteht brillant, charmantes, schräges, skurriles, humorvolles Theater zum Nachdenken zu schaffen. Sie zeigen, dass es auch ohne Worte möglich ist, ein Publikum rund neunzig Minuten zu fesseln und es verstehen zu lassen, worum es geht.

Sechs junge Menschen verwirklichen zusammen eine Idee von Sarah und Miriam Kerneza. Sechs Leute inszenieren, organisieren entwerfen und erarbeiten miteinander ein ungewöhnliches mit viel Humor und Herz, jedoch mit einem Augenzwinkern, tief in die menschliche Psyche blickendes Theaterstück. Ein Pantomimen-Tanztheater in unnachahmlicher Qualität.

Man lernt die gern selbstbewusste Oi (Sarah Kerneza) kennen und die ordnungsliebende Jo, (Miriam Kerneza), die sich sehr nahe stehen. Sie feiern miteinander, und als Gäste betreten Tscho, (Alena Hermann) das stressige zweite Ich Jos, und Oisabella, (Jennifer Linda Gross) , die andere Komplexbeladene, die sich zu dick, zu schwach zu unbedeutend fühlende Oi. Mit grandiosem tänzerischem, akrobatischem und mimischem Können, werden die widersprüchlichen Eigenschaften und die Kämpfe der beiden Egos aufgezeigt. Ein ungeladener Gast, Oiphorio, (Ben Petermichl) erscheint und bringt ein Geschenk für Oi, das zugleich eine Aufgabe enthält. Sie wagt nicht, es zu öffnen. Im Hintergrund lenkt das magische Element, (Daniel Tanzberger) das Schicksal, der Butler, das Gefühl, oder was immer man darin sehen mag, die Handlung und greift auch gekonnt tänzerisch ein. Erst nachdem das Licht ausgegangen ist und die Erleuchtung von innen kommt, erkennen die Personen ihre Möglichkeiten und Oi öffnet das von Oiphorio erhaltene Geschenk. Was bedeutet das Licht, das daraus strahlt für Oi-Oisabella, die zu sich selbst gefunden hat?

Auf jeden Fall war es für das Publikum, nach einer langen Coronapause, ein wunderbares Geschenk eines vergnüglichen, und doch zum Nachdenken anregenden Abends.

Die Präzision und Leichtigkeit mit der alle tänzerischen und pantomimischen Elemente ausgeführt wurden zeigten, dass die vielseitigen Schauspieler mit Harmonie, Freude und Spaß bei der Arbeit waren, was sich auch auf das Publikum hundertprozentig übertrug.

Für die Zukunft kann man sich nur noch viele solche wunderbar gelungenen Schöpfungen der Theatergruppe LADYGLICH wünschen.

Mit im Team war eigens die vielseitige Künstlerin und Beleuchterin und Lichtfee des Teams, Clara Zeiszl, die das Lichtkonzept für dieses Stück erstellt hat, sowie für die Leitung des technischen Aufbaus und des Lichtes bei der Vorstellung verantwortlich zeichnete. Alle Ton- und Musikeinsätze steuerten die Schauspieler selbst, hierfür wurde ein Technikpult auf der Bühne hinter der Kommode versteckt.

Lukas Graf hat für die Aufführung im KUMST zusätzlich zum eigenen Equipment der Gruppe 8 Scheinwerfer sowie die Tonanlage vermietet und bei der Vorstellung auf die richtigen Toneinstellungen geachtet.  Diese Aufführung war somit auch von der technischen Seite eine Sternstunde nach der langen Corona Durststrecke.

Auch der Bürgermeister von Strasshof Ludwig Deltl mit seiner Frau ließ sich das Vergnügen nicht entgehen und konnten vom Organisator Dr. Gerhard Kitzler begrüßt werden.

Der äußerst ansprechenden Gestaltung des Programmheftes gebührt ebenfalls eine besonders hohe Anerkennung.

Es ist Dr. Gerhard Kitzler zu danken, der es immer wieder fertig bringt, spezielle, kulturelle Ereignisse aller Art nach Strasshof zu locken und mithilfe seiner Frau in unermüdlichem Einsatz alles am Laufenden erhält. Ihm, dem Arzt, Seidenmaler und Autor einiger Bücher, ist die Schaffung des KUMST zu verdanken, denn Kultur liegt ihm am Herzen und er fördert sie mit allen seinen Kräften. Ebenso ein Danke an alle jene, die ihn unermüdlich dabei unterstützen.

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