„James Bay“ – Konzertbericht

Gelungener Konzertabend bei hochsommerlichen Temperaturen

Gestern (30.06.19) trat der englische Sänger und Songwriter James Bay zum ersten Mal in Wien auf und begeisterte das Publikum beim Open Air Konzert in der Arena mit einer ausgewogenen Mischung an Liedern von seinem Debütalbum und dessen letztjährigen Nachfolger. Trotz Temperaturen von über 30°C wurde das Event dank einer rasch hinter den Ziegelmauern verschwindenden Sonne widererwarten zu keiner Hitzeschlacht.

Vielen dürfte James Bay aufgrund seiner Hitsingles „Hold Back the River“ und „Let It Go”, beide aus dem Jahr 2014, ein Begriff sein. Jedoch ist es in den darauffolgenden Jahren recht ruhig um den 28-jährigen Musiker geworden, der nach seinem höchst erfolgreichen Debütalbum „Chaos and the Calm“ (2015) intensiv an dessen Nachfolger bastelte. Vor fast genau einem Jahr hat er sich mit eben diesem, der Scheibe „Electric Light“ (2018), bei seinen Fans zurückgemeldet, die nun auch fleißig zu seinen Konzerten strömen. Aktuell tourt er durch Europa und hat gerade die erste Hälfte, rund sechs Wochen, hinter sich gebracht. Dabei ist er jedoch nicht nur als Headliner unterwegs, sondern trat an den letzten zwei Tagen (29./30.06.) auch als Support von Ed Sheeran im Wörthersee-Stadion (Klagenfurt) auf.

Dass er mit seiner Musik auch problemlos große Hallen (bzw. Open Air Bereiche) füllen kann, bewies James Bay auch mit seinem gestrigen Auftritt in der Arena Wien. Mit einer Besucherzahl im niedrigen vierstelligen Bereich war das Konzert sehr gut besucht und auch außerhalb des Areals weithin hörbar. Nicht überschwänglich, aber dennoch enthusiastisch präsentierte der Musiker zahlreiche Songs seiner ersten beiden Alben, die beim Publikum extrem gut ankamen. So bekam dieses u.a. „If You Ever Want to Be in Love” (2015), “Best Fake Smile” (2016) und “Wild Love” zu hören. Den fulminanten Abschluss bildete natürlich, nachdem er das Publikum mehrere Minuten auf die Zugabe warten ließ, sein größter Hit „Hold Back the River“, der auch noch heute regelmäßig im Radio zu hören ist.

Angesichts der Temperaturen wäre es jedoch auch nicht verwunderlich gewesen, wenn das Konzert ein wenig ruhiger abgelaufen wäre. Jedoch setzte der Musiker bei seiner Titelauswahl vor allem auf schnellere Nummern und ließ dabei u.a. die nicht kommerziell verwertbaren, aber sehr interessanten und eher langsameren Lieder „Incomplete“ und „Need The Sun to Break“ aus. Das heiße Wetter machte ihm offensichtlich nicht zu schaffen – genauso wenig wie dem Publikum selbst, das am Abend relativ rasch im Schatten stand und so den Einsatzkräften einen entspannten Abend bescherte. Recht anstrengend war hingegen, wie es bei solchen Konzerten leider häufig vorkommt, der permanente Rauchgestank und das ständige Ausweichen vor den Zigaretten, die nur allzu oft hässliche Brandlöcher in Kleidung und Haut hinterlassen.

Insgesamt war der Open Air Auftritt von James Bay in der Arena Wien im Rahmen seiner „Electric Light“-Tour ein voller Erfolg. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch, dass auch der Support einen wichtigen Teil zur guten Stimmung beitrug, denn direkt vor James Bay stand mit Mathea („2x“) eine der wichtigsten Newcomerinnen der österreichischen Musikszene auf der Bühne. In einigen Jahren könnte sie diese Location vielleicht alleine rocken.

Text & Bilder: © Barbara Klaus

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