„It Follows“ – Filmkritik

Lass Es dich nicht erwischen!

Mit „It Follows” läuft am 9.10. erneut ein Horrorfilm in den österreichischen Kinos an. Im Gegensatz zu „The Vatican Tapes“, ist dieser optisch und akustisch deutlich ansprechender gestaltet, kann aber mit der Story selbst nur bedingt punkten. Besonders das sehr gut gelungene Sound Design und die dazu passende Kameraführung sorgen für die nötige Spannung im Film. Auch die mit vor allem unbekannten Jungschauspielern besetzten Charaktere im Streifen entsprechen, zum Glück, nicht vollständig den durchschnittlichen Film-Klischees amerikanischer Jugendlicher.
Nachdem die 19-jährige Jay mit dem zwei Jahre älteren Hugh Sex in seinem Auto hatte, eröffnet ihr dieser, dass sie von nun an von jemandem, oder eher etwas, verfolgt werden wird. Falls sie von diesem ermordet wird, fällt der Fluch wieder an ihn zurück. Los wird sie dieses Ding nur dadurch, dass sie wiederum mit jemandem schläft und den Fluch somit weitergibt. Jay, die ihm zunächst nicht glauben mag, erkennt bald, dass ihr Leben ernsthaft in Gefahr ist…

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Noch ist die Welt für Jay (Maika Monroe) in Ordnung…

Auch wenn der Inhalt des Films zunächst mehr an ein abschreckendes Aufklärungsvideo als an einen Horrorfilm erinnert, so steht im Mittelpunkt des Films die ständige Angst von etwas verfolgt und ermordet zu werden. Gerade der Hauptcharakter des Films, Jay, verliert im Laufe des Films immer mehr den Verstand, da sie ständig ein Wesen sieht, welches von Niemandem sonst wahrgenommen werden kann. Eine Vorstellung, die wohl jeden an seiner Psyche zweifeln lassen würde. Die dennoch gelegentlich wiederkehrenden Liebesszenen, denn schließlich muss der Fluch ja weitergegeben werden, sind für die hohe Altersfreigabe (FSK 16) verantwortlich. Denn spritzendes Blut und umher baumelnde Eingeweide sucht man hier vergeblich.

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…aber schon bald merkt sie, dass sie etwas verfolgt….

Der Gruselfaktor selbst entsteht auf grandiose Art und Weise größtenteils durch die starke Soundkulisse, welche Spannung bis zur letzten Sekunde garantiert. Perfekt ergänzt wird dies durch eine Kameraführung, die den Zuschauer fesselt und in Erwartung eines Schock-Moments gebannt auf die Leinwand starren lässt. Dass sich der Regisseur und Drehbuchautor David Robert Mitchell hierbei von diversen anderen Horrorfilmen, wie etwa „The Shining“ (1980) und „Rosemaries Baby“ (1968), inspirieren ließ, ist nicht von der Hand zu weisen. Erfreulich sind auch die vergleichsweise realistisch wirkenden Handlungsweisen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Film. Statt wie in anderen Horrorfilmen, wie etwa „House of Wax“ (2005) und „Scream“ (1996), ihren gesunden Menschenverstand aus dem Fenster zu werfen, stellen sie Nachforschungen an und schmieden Pläne, die (natürlich) auch einmal fehlschlagen können. Dennoch ist es u.a. diese Authentizität, die den Film sehenswert macht.

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…und sie immer mehr an ihrem Verstand zweifeln lässt.

Obwohl der Begriff der sexuell übertragbaren Krankheiten durch den Film eine völlig neue Dimension erlangt, ist David Robert Mitchell mit „It Follows“ ein beachtenswerter Gruselfilm oder eher schon Thriller gelungen, der junge und alte Kinogänger begeistern dürfte. Zusammengefasst ist „It Follows“ ein Film, der mehr auf psychologischer Ebene für Gänsehaut sorgt und so auch ohne viel Blut und Gewalt für die nötige Horrorstimmung sorgt.

Text: Barbara Klaus

Fotos: © Luna Filmverleih

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