Interview: „Walk the Moon“

Interview: Walk the Moon

„Walk the Moon“ sind eine Indie-Rockband aus Ohio (USA) und im Moment mit FUN. auf Tour durch ganz Europa. Wir trafen Nicholas Petricca, Kevin Ray, Eli Maiman, and Sean Waugaman am 16. Oktober kurz vor ihrem Auftritt in der Arena Wien und sprachen mit ihnen über das neue Album, Kriegsbemalungen und peinliche Momente auf der Bühne.

 

Hattet ihr die Chance einige Wiener Sehenswürdigkeiten zu besuchen?

Nick: Ja, wir haben heute Nachmittag den Stephansdom besichtigt, es war wunderschön.

Kevin: Ich habe heute eine verregnete Straße gesehen. [alle lachen]

Eli: Ich habe heute versucht Joggen zu gehen, um Sehenswürdigkeiten und andere Sachen zu sehen, aber in Shorts war das dann doch nicht möglich.

 

Wie habt ihr euch alle kennengelernt und als Band dann formiert?

Nick: Ich kenne Kevin seit wir Kinder waren. Wir waren Freunde und unsere Mütter waren enge Freundinnen. Aber dann habe ich ihn eine lange Zeit nicht mehr gesehen und erst wieder getroffen, als das Projekt Band bereits begonnen hatte. Wir brauchten noch einen Bassisten und ich hatte gehört, dass er nach dem College etwas mit Musik machen will. Dann habe ich ihn angerufen, er brachte Sean mit und Eli kannte ich schon aus der Musikszene Cincinnatis. Und jetzt sind wir hier.

 

Woher kommt der Bandname Walk the Moon?

Nick: Wir haben uns den Namen ausgedacht, als wir uns „Walking On The Moon“ von „The Police“ angehört haben. Er war eindeutig besser, als all die anderen Namen, die uns eingefallen sind.

 

Euer neues Album ist im Sommer erschienen. Was ist euer persönliches Lieblingslied?

Nick: Wir haben sehr viel Spaß daran alle Songs live zu spielen, aber besonders „I Can Lift A Car“.

Kevin: Es ist ein guter Moment, um  die Menge „anzuheizen“. Wir spielen es normalerweise gegen Ende eines Sets, da es eine große Menge an Energie freisetzt und es sich gut anfühlt es zu spielen.

Eli: Aber die Aufnahmen waren nicht einfach. Es war auf jeden Fall ein Lied, dass viel intern und extern besprochen wurde. Am Ende habe ich eine elektrische Zitar [harfenähnliches Instrument] gespielt, wovon ich niemals gedacht hätte, dass es einmal passieren würde. Es war cool.

 

Mein persönlich liebster Song von der CD „Walk the Moon“ ist das Lied „Next in Line“. Was ist die Geschichte hinter den Song?

Nick: Wenn ich beginne ein Lied zu schreiben, dann sage ich gerne, dass der Song autobiographisch ist, etwas Reales aus meinem Leben. Aber sobald der Schreibprozess tatsächlich beginnt, bekommt es seine eigene Geschichte. Ich schätze die Bilder [des Liedes] sind relativ eindeutig. Es ist einfach diese Vision, mit jemandem so schnell du kannst aus der Stadt zu fahren. Dann bemerkst du, dass diese Person dein Ein und Alles ist.

 

Das „Anna Sun“ Musikvideo besteht (fast) nur aus einer Aufnahme. Wer hatte die Idee dafür?

Nick: Der Videograf war ein Kumpel von mir. Er rief mich eines Nachts spät an und meinte er hätte diese Idee für „Anna Sun“ und dass wir uns treffen sollten. Zwar besteht das Video nur aus einem Shot, aber die Idee dafür war wirklich nur ein kleiner Teil eines großen Ganzen. Die Entwicklung der Reise durch die verschiedenen Dinge im Video hat ganze sechs Monate gedauert.

 

Für die meisten Auftritte bemalt ihr eure Gesichter mit Farbe. Was ist der Gedanke dahinter?

Nick: Die Idee dafür entstand aus dem Anna Sun Musikvideo. Zu diesem Zeitpunkt haben uns die Filme“ Hook“ und „Peter Pan“ sehr beeinflusst. Besonders, wie sich die Jungen auf den Kampf vorbereiten und so wurde es zu einem Thema in unserem Musikvideo. Als wir das Video in unserer Heimatstadt veröffentlichten, haben wir die Gesichtsmalerei nur dazu verwendet, um die Atmosphäre [aus dem Film] nachzubilden. Aber es hat so viel Spaß gemacht und die Leute mochten es so gerne, dass sie zu unseren Konzerten mit bemalten Gesichtern kamen und sich auch wie die Charaktere im Video kleideten. So haben wir damit begonnen Gesichtsfarbe mitzubringen und auch für uns selbst zu verwenden. Mit der Zeit entwickelte sich diese Tradition.

 

Ihr seid bis jetzt schon viel in den USA und Europa auf Tour gewesen, früher u.a. mit den Kaiser Chiefs und jetzt auch mit FUN. Was war euer peinlichster Moment auf der Bühne?

Sean: Ich hatte da eine echt peinliche Situation. Während dem Ende von „Tightrope“ [eines ihrer Lieder] hat sich plötzlich die Bassdrum [Große Trommel] gelöst. Ich bin in Panik geraten und hatte keine Ahnung was ich tun sollte. Ich habe einfach meine TomToms [Trommeln] weitergeschlagen.

Eli: Das war auch für mich ein sehr furchteinflößender Moment. Ich habe bemerkt, dass sich etwas verändert hat. Da habe ich zu Sean rübergesehen. Er hat wie einer von den Muppets ausgesehen und „aaahhhrrr“ geschrien. Und ich dachte nur „Oh my God“.

Sean: Und ich habe nur versucht das Problem irgendwie zu beheben. Das war möglicherweise mein peinlichster Moment auf der Bühne.

Eli: Es war einmal in Los Angeles, als Nick „Thank you San Francisco“ sagte. Unser Tourmanager kam noch während des Auftritts auf die Seite der Bühne und sagte mir so etwas wie „Du musst das in Ordnung bringen, wir sind in Los Angeles!“. Von da an sagten wir zwischen jeden Song so etwas wie „Danke Los Angeles!“ und „Wir sind so glücklich hier in Los Angeles zu sein, die beste Stadt in der Welt!“.

 

Seid ihr immer noch nervös, wenn ihr auf die Bühne geht?

Nick: Fast nie. Es ist einfach ein Teil unseres täglichen Lebens. Ich denke die Zeit, wenn wir nervös werden, sind Fernsehauftritte. Dieses Jahr hatten wir die Chance bei einigen Late Night Fernsehsendungen dabei zu sein. Dabei machen wir uns schon um acht Uhr in der Früh fertig, haben Soundcheck um Elf und warten dann den ganzen Tag in diesem kalten TV Studio bis wir schlussendlich um halb sieben Abends für genau drei Minuten auftreten. Dabei muss so viel Energie, Warten und Stress in eine winzig kleine Performance gesteckt werden. Wo du jedoch auch für kaum jemanden auftrittst, denn in Wirklichkeit spielst du nur für diese Maschine, die dich anstarrt. Es ist richtig skurril und nicht wie jede andere live Show.

 

Wenn ihr die Möglichkeit hättet mit einem Künstler eurer Wahl zu arbeiten, wer wäre es und warum?

Eli: Britney Spears. [lacht]. Nein. Und beeindruckt die Kunst Michael McDonalds [Doobie Brothers]. Seine Musik bewegt uns und wir sind von seinem musikalischen Können und Auftritten beeindruckt, wie etwa bei Steely Dans „Aja“ [1977]. Wir denken eine Zusammenarbeit mit ihm oder für ihn einen Song zu schreiben, ist uns ein Bedürfnis.

Barbara Klaus

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