Interview: Mária Kósa

Mária Kósa Interview

Mária Kósa (23) im Interview. Geboren in Siebenbürgen, reist sie seit ihrem 14. Lebensjahr immer wieder durch Europa, spricht etwa sieben Sprachen und ist heute nicht nur eine bekannte Querflötistin, sondern auch Music Director der International Music Academy.

Wieso hast du dich ausgerechnet für die Querflöte entschieden?

Das war ein Instrument, dass irgendwie ein neunjähriges Kind angesprochen hat. Man hat mich [damals] gefragt ob ich Geige, Klavier oder Querflöte spielen möchte. Da ich vorher schon Blockflöte gespielt habe, habe ich mich sehr gut mit dem Instrument abgefunden. Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch sein eigenes Musikinstrument hat und das auch finden kann, wenn man sucht und wenn man es findet, sieht man das sofort.

Ich habe auf deiner Homepage gelesen, dass du sehr viel im Ausland warst. Wo denn genau?

Das ist schon eine sehr gemischte Palette. Ich komme aus Siebenbürgen, dann war ich entlang Rumänien hin und hergezogen, dann in Ungarn und Deutschland, Spanien und Italien, England und Frankreich und hier [Österreich]. Und ich liebe Portugal.

Wie sehr hat dich der Aufprall auf andere Kulturen in anderen Ländern beeinflusst?

Ich bin sehr vielseitig dadurch geworden. Ich war [damals] auch noch ziemlich jung, wollte [musikalisch] alles ausprobieren und habe dann auch die abgefahrensten musikalischen Reisen zusammengebracht. Und ich bin dadurch eine sehr vielseitige Persönlichkeit geworden. Kurz und bündig, ich habe mich schon quer durch Europa musiziert und alle möglichen Blasinstrumente ausprobiert.

Du bist auch bei der Intma Music Director. Was macht man da genau?

Man macht viel zu viel. Unsere musikalischen Tätigkeiten zu organisieren, Musiker dafür zu organisieren, alles [Musikalische] unter einen Hut zu bringen, das ist alles meine Arbeit. Bisher habe ich sehr viel persönlich unterrichtet, aber das habe ich nicht mehr so viel vor, weil ich mich auch noch irgendwie musikalisch verwirklichen muss.

Wie stehst du als zeitgenössische Musikerin zu Künstlerinnen, wie Katy Perry, Rihanna etc.?

Geschmäcker sind verschieden und das ist auch gut so. Ich finde, dass es in jeder Musikrichtung große Namen gibt und die muss man einfach ehren und akzeptieren, dass das etwas ganz anderes ist, aber super in seiner eigene Art. Ich finde, dass es in jeder Musikrichtung das Wertvolle gibt, man muss sich nur Mühe geben und Geduld haben, um das herauszufischen. Manchmal ist das gar nicht so leicht.

Auf deiner Homepage steht ein Zitat: „Gehe nicht, wenn du auch fliegen kannst!“ Ist es von dir?

Nein, es ist nicht von mir, aber es ist ein Zitat, dass mich überallhin begleitet. Es ist von meinem Grundschullehrer. An einem Tag, ich war sieben oder acht, war ich sehr traurig, weil meine Klassenkollegen nicht mit mir reden wollten. Er hat mich gefragt: „Warum willst du denn gehen, wenn du auch fliegen kannst?“ Sei anders, trau dich anders zu sein. Er war mein erster Mentor und hat schon sehr große Spuren in meinem Leben hinterlassen.

Barbara Klaus

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