Gertrud Erbler: „Einsamkeit“

Ein Gedicht Gertruds, das auf ihren beruflichen Erfahrungen in Pflege- und Altenheimen beruht:

 

Einsamkeit

Ich möchte reden,

reden und wissen, dass mir jemand zuhört.

Ich möchte weinen,

weinen und fühlen, dass mich jemand versteht.

Ich möchte lachen,

lachen und hören, dass jemand mitlacht,

hell und herzlich.

Doch wenn sie kommen,

dreschen sie nur leere Phrasen.

Wie geht’s ?

Pass auf dich auf!

Mach’s gut.

Wenn ich rede, weine, lache,

zucken ihre Mundwinkel vor Ungeduld.

Der unausgesprochene Tadel schwebt im Raum.

Was willst du nur, es geht dir ja gut.

Ich aber möchte reden,

reden und wissen, dass mir jemand zuhört. Ich möchte weinen,

weinen und fühlen, dass mich jemand versteht.

Ich möchte lachen,

lachen und hören, dass jemand mitlacht.

Doch um mich ist Einsamkeit.

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