Freundschaftspiel – KUMST – Marcus Strahl

Am Samstag, dem 9. November, kam das interessierte Theaterpublikum des KUMST, in Straßhof, wieder einmal in den Genuss einer Aufführung der Neuen Bühne Wien.

Marcus Strahl, der Gründer und Leiter der Bühne, versteht es, immer wieder Stücke zu finden, die bei all ihrer Komik auch ernste Inhalte aufzeigen und genauso zum Lachen wie auch zum Nachdenken anregen. Sein Ziel ist Theater für alle interessant, lebendig, erfrischend und leicht verständlich zu machen.

Für jede Saison werden zwei Stücke ausgesucht, die dann nicht nur in Wien, sondern auch in NÖ, BGLD, OÖ, & STMK aufgeführt werden. Strahl bietet die fertigen Produktionen an und die Theater können sie ankaufen.

Die passenden Stücke auszusuchen erfordert hohen Zeitaufwand und Sorgfalt. Strahl liest ungefähr 300 Stücke, bevor er sich für eines entscheidet. Bereits das dritte Mal fiel die Wahl auf ein Stück des Kultautors Stefan Vögl, dem geborenen Vorarlberger, der es gut versteht, mit seinen aktuellen, aber auch humorvollen Texten, das Publikum zu interessieren und zu unterhalten. Vögls Texte und Strahls durchgehend flotte, die Pointen ins richtige Licht rückende Inszenierungen, sorgen jedes Mal für Hochgenuss. Diesmal war es Vögls FREUNDSCHAFTSSPIEL ursprünglich für Deutschland, also mit Erwähnung deutscher Vereine geschrieben, in einer erfrischenden österreichischen, fast möchte man sagen wienerischen Fassung, von Erwin Strahl. Der Titel steht nicht nur für die Spiele der Fußballvereine, sondern auch für die private Beziehung der Paare zueinander. Wie viel hält eine Freundschaft wirklich aus?

Drei enge Freunde, der Architekt, Leon, (Felix Kurmayer), der Angestellte der Stadtwerke, Bernd, (Michael Duregger) sowie der Lehrer am Polytechnikum, Robbi,

(Martin Gesslbauer), jeder Fan eines anderen Fußballvereins, treffen sich abwechselnd in ihren Wohnzimmern, wo es meist zu heftigen Debatten über die Leistungen ihrer Vereine kommt.

Dass Leons Frau, Romina, genannt Romi, (Leila Strahl) und Bernds Frau, Babs, (Anke Zisak) dabei für das leibliche Wohl der ganzen Gesellschaft sorgen, ist eine Selbstverständlichkeit.

Die Frauen haben allerdings andere Sorgen als über die Qualität der Fußballspiele zu debattieren. Während Babs, die biedere Hausfrau, bereits zwei Söhne hat, ist Romi, die Assistentin in einer Geschäftsleitung, bisher kinderlos geblieben. Der Vorschlag der Freundin Babs, sich doch künstlich befruchten zu lassen, wird heimlich sofort befolgt und führt zum Verhängnis, als sich herausstellt, dass Leon zeugungsunfähig ist. Als dann noch dazu offenbar wird, dass der Same von Bernd stammt, ist die Katastrophe perfekt. Trennung auf allen Seiten, doch letztendlich siegt die Freundschaft.

Der Applaus bestätigte die gelungene Aufführung.

Doch nicht nur die Regie und die Schauspieler verdienen Applaus, sondern auch das Bühnenbild und der Aufbau von Martin Gesslbauer. Da es erstens allgemein ansprechend, zweitens, transportabel und drittens auch für Bühnen verschiedener Größe brauchbar sein muss, stellt es an den Bühnenbildner hohe Anforderungen. Das gefällig und informativ gestaltete Programmheft ist ein weiteres Plus.

Von den zukünftigen Plänen Marcus Strahls informiert, darf man sich auf das Stück

RAIN MAN freuen, das von 11. Februar bis 18. April erst in Wien aufgeführt wird und dann durch die Länder wandert, und besonders auf die Wachau Festspiele im Sommer.

Wer nur irgend kann, sollte sich diese nicht entgehen lassen. Man kann herrliche Landschaft mit Kulturgenuss verbinden und im Herzen hat man dabei auch immer DAS MARIANDL der jungen, heute noch immer attraktiven und beliebten Schauspielerin Waltraud Haas.

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