Ein Käfig voller Narren

Die, von Marcus Strahl 2006 gegründete Neue Bühne Wien, deren Regisseur und Leiter er ist, bot dem KUMST Publikum in Straßhof einen besonderen Theatergenuss.

Die französische Komödie Jean Poirets, heute in der deutschen Übersetzung Charles Regniers, wurde 1973 in Paris uraufgeführt und seit der Verfilmung mit Michel Serrault und Ugo Tognazzi zum großen Welterfolg. Zahlreiche Theateraufführungen folgten und schließlich nach dem jahrelangen Erfolg als Musical wird dieses zeitlose Musiktheater neuerdings wieder in die Theaterspielpläne aufgenommen. Unter der spritzigen, humorvoll einfallsreichen Regie Marcus Strahls kamen die unzählig treffsicher feinen Pointen noch wirkungsvoller zur Geltung.

George, der Besitzer des Nachtclubs „Der Narrenkäfig“ und seine große Liebe Albin, der als Diva Zaza der Star der Bühne ist, leben seit 20 Jahren zusammen und wie bei jedem Paar gibt es natürlich Krisen. Nicht zuletzt sorgt dafür auch Sohn Laurent, der ehemalige Ausrutscher Georges, der von den beiden Männern großgezogen wurde. Aber richtig turbulent wird es, als die erzkonservativen Eltern von Laurents Braut die Eltern des zukünftigen Schwiegersohnes kennen lernen wollen. Natürlich kann das trotz aller guten Vorsätze nur zu einem verwirrenden Chaos führen, das jedoch durch die Liebe des jungen Paares versöhnlich endet.

Die Einrichtung der Wohnung, gestaltet von der bewährten Bühnenwerkstatt, wies unmissverständlich auf ihre Bewohner hin und erfuhr natürlich eine erheiternde Umgestaltung, bevor der fromme, konservative Besuch erwartet wurde.

Johannes Terne als Georges und René Rumpold als Albin alias Diva Zaza, beide erfahrene Schauspieler und Sänger, strapazierten als schwules Paar die Lachmuskeln enorm. Martin Gesslbauer, die zickige Mercedes, fügte sich richtig dazu.

Einhellig erklärten alle drei der genannten Schauspieler, dass es einiger Übung bedurft hatte, sich die der Rolle entsprechenden Bewegungen anzueignen, was ihnen aber überzeugend gelang.

Einen liebenswert frisch verliebten Laurent bot überzeugend Georg Hasenzagl. Gregor Viilukas als Darsteller von Languedoc und Zorba hatte besonders bei der Demonstration seiner Speisenzubereitung die Lacher auf seiner Seite. Doris Richter und Tony Bieber als das erzkonservative Ehepaar Dieulafoi brachten ihre maßlose Verwirrung über die wahren Umstände, die sie letztlich entdecken mussten, treffsicher und prägnant zum Ausdruck. Die elegant charmante Leila Strahl als Simone, leibliche Mutter Laurents, die zur Verlobung ihres Sohnes angereist war, sorgte durch ihre Ankunft für eine weitere Katastrophe. Lachstürme erntete der junge dunkelhäutige Wiener Richi Kuong als „Hausmädchen“ Jacob. Sein komisches Talent ist einfach umwerfend. Die junge zierliche Musicaldarstellerin und Schauspielerin Bettina Schawarz überzeugte durch ihre überaus gewinnende Natürlichkeit. Eine besondere Probe der Tanzkünste von Bettina Schawarz und Leila Strahl unter Mitwirkung aller Darsteller, bekamen die Zuschauer in der lebhaften Tanzeinlage am Ende des Stückes zu sehen.

An diesem vergnüglichen Abend war es wahrlich den Schauspielern und dem Regisseur gelungen das Publikum zu einem herzhaften Lachen mitzureißen. Schließlich ist dieser Theaterspaß mit den vielfältigen Pointen, Gags, Verwechslungen und dem sich hoffnungslosen Verplappern ein Welterfolg und wird es vermutlich weiterhin auch einer bleiben.

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