„ECHTE MÄNNER GEHEN IN KARENZ“

Nach dem Erfolg, der im Jahr 2010 gestarteten Kampagne „Echte Männer gehen in Karenz“, folgt nun die Fortsetzung. Der Grund, warum sich Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek für die Papakarenz einsetzt, ist, „alle haben was davon“. Frauen bekommen mehr Unterstützung, Kinder einen Sinn dafür, was Familie bedeutet und eine männliche Bezugsperson, die besonders für Buben bedeutsam ist. Väter können an der frühkindlichen Entwicklung teilhaben, die ihnen sonst verwehrt bleiben würde. Und nicht zuletzt profitieren auch die Unternehmen, da ihre Mitarbeiter mit neuen Kompetenzen (Krisenmanagement) und gelassener wieder zu ihrem Arbeitsplatz zurückkehren.

Von einer guten Väterkarenz-Quote ist Österreich aber noch weit entfernt. Quer durch alle bestehenden Modelle gerechnet, nutzen gerade einmal 4,7 Prozent die Väterkarenz. Als beliebtestes Modell zählt die 12+2-pauschaul-Variante.Hierbei geht ein Elternteil maximal 12 Monate in Karenz, wobei eine Verlängerung durch den anderen Elternteil von maximal 2 Monaten möglich ist. Monatlich wird dabei eine Pauschale von 1000 Euro bezogen.

Zum Vergleich: Vorreiter sind wieder einmal die Skandinavischen Länder. In Norwegen gehen 89 Prozent der Väter in Karenz. Die Frauenministerin versichert nun „wir wollen in diesem Bereich besser werden“ und appelliert daheran Väter sich zu trauen in Karenz zu gehen. Aber auch die Unternehmen werden angehalten umzudenken. So war Heinisch-Hosek die letzten zwei Jahre bemüht den Unternehmen beratend zur Seite zu stehen.

Seit 2010 gibt es im öffentlichen Dienst bereits die Möglichkeit der Väter-Frühkarenz – besser bekannt als “Papamonat“. Frisch gebackene Väter haben dabei Anspruch auf vier Wochen Urlaub unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes. 300 Väter haben bisher von diesem Recht Gebrauch gemacht.

Im Zuge der aktuellen Kampagne sollen nun konsequente Schritte folgen:

So gibt es einerseits eine Informationsoffensive für Karenzpapas, die Antworten auf alle möglichen Fragen geben soll: Wie lange darf ich in Karenz bleiben? Welche Rechte, welche Pflichten habe ich? Wie reagiert der Arbeitgeber?“ Gemeinsam mit ExpertInnen der Arbeiterkammer stehen nun Informationstage in den Kammern zur Verfügung, bei denen jedem Interessierten Rede und Antwort gewährt wird.

Nachfolgend soll auch der „Papamonat“ in der Privatwirtschaft eingeführt werden. Das Modell ist kostenneutral und die Finanzierung sicher gestellt. Man könnte einfach einen Monat des Kindergeldbezugs vorziehen und so ermöglichen, dass der Vater einen bezahlten „Papamonat“ parallel zum Mutterschutz in Anspruch nimmt.

Heinisch-Hosek wünscht sich, dass bis 2015 20 Prozent der Väter in Karenz gehen. Sie blickt optimistisch in die Zukunft und ist überzeugt: „alles ist möglich“.

Weitere Details zur Informationskampagne und vieles mehr finden Sie unter: www.maennerinkarenz.at

Melanie Remes

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