Der Liebeswalzer

Die 1908 in Wien erstmals gezeigte Operette des Kapellmeister des Österr. Infanterieregiments der Hoch -und Deutschmeister Nr.4, sowie des letzten k.u.k. Hofballmusikdirektor Carl Michael Ziehrer geb. 1843, war ein voller Erfolg. Das überaus schaffensfreudige Musikgenie komponierte über 600 Tänze, Walzer, mehrere Konzertstücke und nicht zuletzt 22 Operetten. Ziehrer verlor im ersten Weltkrieg sein gesamtes Vermögen und starb verarmt und einsam im November 1922 in Wien.

Mit der gelungenen Aufführung der wenig bekannten und daher auch selten gezeigten Operette „Der Liebeswalzer“ in der KUMST Halle in Straßhof, stellten die Ensemble- Mitglieder von Oper@Tee wieder einmal die hohe Qualität ihrer musikalischen und schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis.

Besonders gefielen dem Publikum die Melodien der Fiakerfamilie mit der klangvollen Stimme Phillip Landgrafs, sowie der beiden Damen Anna Kargl als Kathi Ringl und Alice Waginger als Studentin Antschi. Hans-Jörg Gaugelhofer und Ellen Halikiopoulos als Grafenpaar, wie auch Martin Eder als Kellner und Bedienter, Robert Herzl als ewig zurückgewiesener blumenspendender Paul von Gervais und nicht zuletzt Elisabeth Jahrmann als arrogante Adelige mit Michael Weiland als unglücklich verliebten Geiger hatten sie so manche Liebeswirren durchzumachen.

Nachdem sich diese ungewöhnliche, rangunterschiedliche Gesellschaft in Wohlgefallen aufgelöst hatte, bleibt Antschi letztlich nur noch der Traum von einem grandios herrlichen Liebeswalzer.

Im gelungenen Zusammenspiel der Sänger und der flotten, humorvollen Inszenierung Robert Herzls, sowie der schon so oft bewährten musikalischen Leitung Max Schamschulas, den bezaubernden Geigenklängen Chrisoula Kombotis und der wie immer gekonnten Beleuchtungstechnik Lukas Grafs, sowie dem sensibel angepassten Bühnenbild von Michael Weiland, der sich wieder einmal selbst übertroffen hat, entstand diese das Publikum richtig begeisternde schwungvolle Operettenaufführung.

Schade nur, dass jene die vielleicht nicht ins Theater kommen wollten oder konnten, sich um einen genussvollen, beschwingten Abend brachten.

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