Der Besuch der alten Dame

Der Besuch der alten Dame –  die Tragikomödie des Schweizer Schriftstellers Dramatikers und Malers Friedrich Dürrenmatt ist eine von zwei diesjährigen Produktionen des Gymnasiums in der Geblergasse im 17. Bezirk.

Das Stück, das die menschliche Käuflichkeit, die Gier nach Geld und die Grausamkeit der Rache zeigt, ist durch die Chöre der alten griechischen Tragödie angeglichen. Ein Stück, das an die jungen Schauspieler große Ansprüche gestellt hat.

Claire Zachanassian, die milliardenschwere, jedoch durch die Umstände grausam gewordene alte Dame, kommt nach 45 Jahren zurück in ihre verarmte Heimatstadt Güllen, erkauft sich mit ihrem Geld die Rache für die Vergangenheit. Sie verlangt den Tod ihres ehemaligen Geliebten, der sie durch seine Falschaussage zur Hure gestempelt hat und will der Stadt dafür ein Vermögen vermachen. Auch wenn zuerst alle empört sind über dieses Angebot, siegt am Ende doch die Gier nach dem Geld unter dem Decknamen der Gerechtigkeit.

Wie immer hat Bettina Stokhammer nicht nur den Text für die Jugend verkürzt und verständlich bearbeitet, sondern auch ausgezeichnete Regiearbeit geleistet.

Wenn auch im ersten Akt das Schülerensemble ein wenig unsicher, nervös und steif wirkte, hatte es sich in den anderen beiden Akten frei gespielt., und ging so richtig aus sich heraus.

Die Chorszenen waren beeindruckend und perfekt umgesetzt, besonders jene, in der alle Bürger Güllens die Zeitung vor ihre Gesichter hielten, um Alfred Ill nicht ansehen zu müssen. Eindrucksvoll war auch der Auftritt des Ensembles mit Schusswaffen durch den Zuschauerraum, um die allgemeine Bedrohung zu zeigen.

Das gesamte Ensemble, dass viel Freizeit geopfert hat um das Stück einzustudieren verdient für seine schauspielerische Leistung großes Lob. Besonders zu erwähnen sind:

Nils Jama als Lehrer, der es nur im betrunkenen Zustand wagt die Wahrheit auszusprechen.

Nina Wanko, der es als Claire Zachanassian gelingt die kalte, herzlose, desinteressierte, unbewegliche Mine einer Frau zu zeigen, der das Schicksal der Menschen in Güllen vollkommen gleichgültig ist. Und das durchgehend in allen drei Akten.

Der Star des Abends war jedoch Damir Smajic. Er vermochte die Gedanken und Gefühle des Gejagten und zuletzt sich als Opfer darbietenden Alfred I überzeugend und bewegend an das Publikum heranzutragen. Eine besonders reife Bühnenleistung dieses jungen Mannes.

Im Gesamten gesehen war es eine sehenswerte Aufführung und man kann sich freuen auf die zweite Produktion im Mai, wo Bunbury gezeigt wird. Es ist dies die, wieder von Bettina Stokhammer bearbeitete Trivial Komödie von Oscar Wilde:

Ernst sein ist alles – oder auch Bunbury.(The Importance of Being Ernest.)

Informationen auf der Homepage des Gymnasiums.

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