Deine Juliet – Filmkritik

Solide Literaturverfilmung in britischer Starbesetzung

In wenigen Tagen (09.08.) kommt „Deine Juliet“ in die österreichischen Kinos. Der auf einem Bestseller basierende Film schwankt beständig zwischen herzergreifender Liebesgeschichte und bedrückendem (Nach-)Kriegsdrama. Der bekannte Regisseur Mike Newell bringt beide Elemente gut unter einen Hut, schafft es jedoch nicht sich aus bereits bekannten Erzählgewohnheiten zu lösen. So sticht dieser Streifen nicht aus der Masse heraus. In den Hauptrollen sind u.a. Lily James, Michiel Huisman, Matthew Goode, Jessica Brown Findlay und Penelope Wilton zu sehen.

Juliet Ashton (Lily James) ist in den 1940er Jahren als Journalistin und Schriftstellerin in London tätig. Eines Tages erhält sie einen Brief von einem Mann namens Dawsey Adams (Michiel Huisman), der auf der britischen Kanalinsel Guernsey, die während des Zweiten Weltkrieges von der deutschen Wehrmacht besetzt worden war, lebt. Über ihn erfährt sie von einem Buchklub, „Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf“, der aus der Not heraus gegründet wurde und schließlich dazu diente den Gräueln des Krieges für einige Stunden in der Woche zu entfliehen. Juliet beschließt darauf hin auf die Insel zu reisen, um die Mitglieder des Klubs (u.a. Katharine Parkinson, Penelope Wilton, Tom Courtenay und Jessica Brown Findlay) besser kennen zu lernen. Als sie sich dazu entschließt über diesen einen Artikel zu schreiben, sind diese alles andere als begeistert…

In London ist Juliet (Lily James) mit Mark (Glen Powell) glücklich.

Mike Newell hat schon bei Filmen aus den verschiedensten Genres Regie geführt, wie z.B. „Four Weddings and a Funeral“ (1994), „Donnie Brasco“ (1997), „Prince of Persia“ (2010) und „Harry Potter and the Goblet of Fire“ (2005). Mit „Deine Juliet“ wurde er für ein Projekt engagiert, das auf einen Bestseller zurückgreift, der vor zehn Jahren (2008) verlegt wurde. Newell inszeniert diesen als Liebesgeschichte und (Nach-)Kriegsdrama. Grundsätzlich schafft er es diese beiden Elemente in einem Film zu verbinden, hat jedoch Probleme damit aus altbekannten Erzählmustern herauszutreten. So hat man das Gefühl das Gezeigte schon einmal in anderen Kino- und Fernsehproduktionen in dieser oder ähnlicher Form bereits gesehen zu haben. Dementsprechend sticht „Deine Juliet“ nicht aus der Masse an bisherigen Historienliebesdramen heraus. Auch wenn das Ende des Films ein wenig überhastet und sehr kitschig erscheint, verspricht er dennoch einen unterhaltsamen Kinobesuch.

Die ursprüngliche Zusammensetzung des Buckklubs.

Einen wesentlichen Beitrag hierzu leistet auch der Cast des Films, der „Downton Abbey“-Fans durchaus bekannt vorkommen dürfte. Allein vier der zentralen Figuren von „Deine Juliet“ waren früher als Hauptcharaktere in dieser extrem erfolgreichen britischen Fernsehserie (2010-2015) zu sehen. Zuallererst sei auf den aktuellen Shootingstar Lily James verwiesen, die auch in der Hauptrolle zu sehen ist. Die aus diversen aktuellen Produktionen bekannte britische Schauspielerin („Cinderella“ (2015), „Baby Driver“ (2017), „Mamma Mia 2“ (2018)) schafft es auch die Figur der Schriftstellerin Juliet mit einer Leichtigkeit und Natürlichkeit zu spielen, die diese dem Publikum sofort sympathisch machen dürfte. Herausragende schauspielerische Leistungen liefern z.B. auch Jessica Brown Findlay („Downton Abbey“, „Winter`s Tale“ (2014)) und Penelope Wilton („Downton Abbey“, „Pride and Prejudice“ (2005)) ab. Ein wenig stereotyp, aber dennoch höchst charmant, spielt Michiel Huisman nach „The Age of Adaline“ (2015) erneut die männliche Hauptfigur in einer Liebesgeschichte. In weiteren Rollen sind u.a. Matthew Goode („Downton Abbey“, „The Goode Wife” (2009-2016)), Tom Courtenay („Doctor Zhivago” (1965), „45 Years” (2015)) und Glen Powell („Scream Queens” (2015-2016), „Hidden Figures” (2016)) zu sehen.

Auf Guernsey kommen sich Juliet (Lily James) und Dawsey (Michiel Huisman) näher.

Insgesamt ist „Deine Juliet” eine solide Literaturverfilmung, die insgesamt zwar gelungen ist, aber kaum innovatives Potenzial besitzt. Dem Publikum werden dennoch zwei Stunden Unterhaltung geboten, die zwischen Liebes- und (Nach-)Kriegsdrama angesiedelt sind. So steht ein Buchklub, dessen dramatische Entstehungsgeschichte und die Schicksale der einzelnen Mitglieder im Mittelpunkt, während sich parallel dazu eine Liebesgeschichte entspinnt. Fans von „Downton Abbey“ (2010-2015), „Brooklyn“ (2015) und „Poldark“ (2015-) wird auch dieser Film gefallen.

 

Text: Barbara Klaus

Bilder: © Studiocanal GmbH / Kerry Brown

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