Chippendales „best. night. ever. Tour“ – Bericht

Chippendales-Party mit „Despacito“ und „Fight Song“

Auch 2017 machten die Chippendales Österreich wieder unsicher. Wie immer durfte auch der eine oder andere Termin in Wien dabei nicht fehlen. So verzückten die Chippendales sowohl am dritten als auch vierten Oktober das Publikum in der Stadthalle mit ihrer „best. night. ever. Tour“. Dass in dem vornehmlich weiblichen Publikum auch das eine oder andere bekannte weibliche Gesicht sitzt, ist nichts Neues. Dass sich diesmal ein prominenter Mann blicken ließ, kann jedoch als (erfreuliche) Premiere beschrieben werden.

Wie jedes Jahr bekam auch dieses Mal die aktuelle Chippendales-Tour einen klingenden Namen. Es wurde dem Publikum die beste Nacht aller Zeiten versprochen – und über weite Strecken eingehalten. Denn für die Show haben sich die Chippendales und die dahinter stehenden Produzenten wieder ins Zeug gelegt und wohl gleich zu Beginn eine neue Soundanlage angeschafft. So wurde die Halle F der Stadthalle mit einer sehr Bass-lastigen Musik beschallt, die sich in dieser Intensität so manches Rockkonzert in der angrenzenden Halle D wünschen würde.

Aber ein durchschlagender Bass mit eingängiger Musik macht noch keine gute Show. Dazu gehören ebenfalls die passenden Entertainer. Mit Justin Rhodes haben sich die Chippendales in den letzten Jahren einen fähigen Teamleader herangezüchtet, der nicht nur tanzen, sondern auch singen kann. Er ist das beste Beispiel für den aktuell in allen Bereichen wahrzunehmenden Trend: du musst mehr als ein Talent besitzen, um erfolgreich zu sein. Denn er ist nicht der einzige, der sich auf der Bühne als musikalisch ambitioniert erweist. Mit Mozart – ja, er nennt sich wirklich so – wurde ebenfalls ein Gitarrist engagiert, der mehr kann als Playback an einer Gitarre herum zu zupfen.

Erfrischend war ebenfalls die vergleichsweise große Anzahl an neuen Nummern in der Show. Während, zum Glück, die Klassiker „Footloose“ und „Save A Horse“ beibehalten wurden, musste so manches mehr oder weniger erfolgreiche Segment, wie z.B. die Vampir- und MIB-Stücke, neuen Elementen weichen. So kam gleich zu Beginn der zweiten Hälfte mit „Despacito“, dem diesjährigen Sommersong, richtig Stimmung auf. Die gleich darauf von Justin Rhodes sehr am Original gehaltene Interpretation von Rachel Plattens „Fight Song“ ließ auch dieses Jahr vergessen, dass die vorrangige Aufgabe der Chippendales das Tanzen und nicht das Singen ist. In seiner Paraderolle, dem Marinekapitän, war hierbei das Chippendales Ur-Gestein und Liebling des Publikums, Billy Jeffrey, zu sehen.

Insgesamt war auch die diesjährige Tour der Chippendales durch Österreich (und ganz Europa) ein voller Erfolg, welcher u.a. auf der ein wenig veränderten Zusammensetzung der Tänzer und der ständigen Anpassung der dargebotenen Nummern an die gegenwärtige Musik- und Filmlandschaft beruht. Das fast durchgängig weibliche Publikum ging am Ende in Wien erneut glücklich nach Hause. Ob dies ebenfalls auf jenen anwesenden österreichischen Schauspieler zutrifft, dessen Identität hier geheim gehalten werden soll, kann nur spekuliert werden.

Text & Bilder: Barbara Klaus

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