Carsharing: Wer sein Auto nicht immer braucht, der teilt es

Der ständige Kampf bei der Suche nach einem Parkplatz und die immer weiter steigenden Spritkosten sind für etliche Wiener und Wienerinnen ein tagtägliches Ärgernis. Doch weil es eben bei vielen Leuten nicht ganz ohne Auto geht, gibt es eine Möglichkeit: „Carsharing“ heißt das Konzept, bei dem sich mehrere Menschen ein Auto teilen und somit Kosten sparen können.

„Ein Auto ist zum Fahren da und nicht zum Protzen.“, erklärt Robert Reithofer, Unternehmer und Gründer von carsharing24/7. „Es muss einfach ein Umdenken passieren. Weg vom Auto als Statussymbol, wieder hin zur eigentlichen Funktion eines Autos.“ Carsharing24/7 ist eine der drei einzigen privaten Carsharingfirmen Österreichs. Dabei gibt es zwei Optionen: Entweder stellt jemand sein Auto für andere zur Verfügung oder eine Person mietet ein Auto. Beide Seiten sehen Vorteile darin. Der Vermieter bekommt Geld für das Verleihen seines Autos und der Mieter hat ein Fahrzeug je nach Bedarf. Der Preis wird vom Vermieter selbst festgelegt, hängt aber mit dem Wert des Autos zusammen und beträgt zwischen 15 und 40 Euro pro Tag. Hinzu kommen noch Versicherungskosten zwischen 5 und 9 Euro. Obwohl es carsharing24/7 erst seit Juni 2012 gibt, haben sich schon knapp 900 Interessierte und 90 Autoteiler auf der Plattform registriert. „Ich möchte erreichen, dass sich mehrere Leute längerfristig ein Auto teilen.“, erzählt Reithofer. Besonders geeignet auf längerfristige Sicht ist die Bildung eines Teams. Ein Team besteht etwa aus mindestens zwei Personen, die sich auf Dauer ein Auto teilen. Der Vorteil dabei ist, dass sich die Leute untereinander besser kennen lernen und sich somit mehr vertrauen.
Doch Carsharing ist nicht für jeden geeignet. Personen, die das Auto jeden Tag benötigen, können von diesem Konzept nicht profitieren. Ebenso werden bei carsharing24/7 Menschen unter 25 bzw. über 65 Jahren aus versicherungstechnischen Gründen ausgenommen. Besonders sinnvoll ist Carsharing für alle, die unregelmäßig ein Auto brauchen, um an Orte zu gelangen, die öffentlich nicht so einfach zu erreichen sind.
Als besonderes Service bietet carsharing24/7 eine Smartphone-App an, bei der genau anzeigt wird, wo sich die nächsten Carsharer-Autos befinden. „Dieses System dient einfach der Vernetzung und dem Austausch untereinander. Die Leute sollen wieder zusammenkommen.“, so Reithofer. In welche Richtung sich das Autoteilen in Zukunft entwickeln wird, kann nicht vorausgesagt werden, da für viele das Auto mehr als nur ein Nutzobjekt ist. Die Idee des Carsharings ist aber mit Sicherheit gut, da sich die Kosten für ein eigenes Auto auch in Zukunft gewiss nicht verringern werden.

Stefanie Oberhauser

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