„Bumblebee“ – Filmkritik

Gefühl- und humorvolles Prequel

In Kürze kommt mit „Bumblebee“ (20.12.) das Prequel-Spin-Off zur „Transformers“-Reihe in die österreichischen Kinos. Der Film besticht mit viel Gefühl und Humor, sowie einer Handlung, die (endlich) nicht nur aus überladenen Materialschlachten besteht. Ebenfalls überzeugt in der (erstmals) weiblichen Hauptrolle Hailee Steinfeld, die als rebellische Schülerin den Transformer B-127 („Bumblebee“) ins Herz schließt.

Nachdem der Kampf um Cybertron endgültig verloren scheint, schickt der Autobot-Anführer Optimus Prime den Transformer B-127 auf die Erde, um dort eine Basis aufzubauen. Er landet schlussendlich, nach einem Kampf mit dem Decepticon Blitzwing, im Jahr 1987 als VW-Käfer getarnt bei der 18-jährigen Schülerin Charlie (Hailee Steinfeld). Als diese ihn reparieren will, stellt sie fest, dass er alles andere als ein gewöhnliches Auto ist. Schnell entwickelt sich eine enge Freundschaft zwischen dem Mädchen und der Maschine, die sie auf den Namen „Bumblebee“ tauft. Doch bald folgen ihm Deceptions auf die Erde und versuchen ihn (mit Hilfe des Militärs) aufzuspüren und auszuschalten…

„Bumblebee“ verwüstet (versehentlich) Charlie`s Wohnzimmer.

Nach insgesamt fünf Filmen zeigte die „Transformers“-Reihe (2007-2017) schon einige Abnutzungserscheinungen. Während die Materialschlachten immer größer und spektakulärer wurden, verlor die Handlung immer mehr an Substanz. Wie in so manch anderen Franchises (z.B. „Herr der Ringe“), setzte man auch hier auf die Produktion eines Prequels, welches zugleich ein Spin-Off ist. Damit haben die Produzenten wohl goldrichtig gehandelt, denn „Bumblebee“ enthält alles, was den bisherigen „Transformers“-Streifen fehlte. So wurde im Film mit dem Transformer B-127 („Bumblebee“) eine Maschine geschaffen, die, aufgrund ihrer menschlichen Züge, als Sympathieträger sehr gut funktioniert. An seiner Seite steht erstmals in der Reihe eine weibliche Protagonistin, die nicht nur rebellisch und mutig ist, sondern auch ihre Schwächen hat. Zusammengenommen hat „Bumblebee“ durch diese beiden Figuren, und nicht zu viele überladene Action-Szenen, mehr Herz und Seele als alle anderen bisherigen „Transformers“-Filme.

Decepticons sind auf der Suche nach „Bumblebee“.

Natürlich schwimmt der Film auch auf der aktuellen 80er-Jahre Nostalgiewelle mit, die u.a. auch die sehr erfolgreiche Netflix-Serie „Stranger Things“ (2016-) mitträgt. Dementsprechend viele nostalgische Elemente sind auch in „Bumblebee“ anzutreffen, wobei diese nicht übertrieben zur Schau gestellt werden. Zentral ist natürlich der VW-Käfer, in welchen sich B-127 oftmals verwandelt, selbst. Dass ein solcher eine ganze Filmreihe tragen kann, bewies in den letzten Jahrzehnten die Filmserie „Herbie“ (1968-2005). Zum Verwechseln ähnlich sieht der gelbe VW-Käfer in „Bumblebee“ jedoch jenem aus dem Film „Footloose“ (1984/2011), der vom Hauptcharakter Ren McCormack gefahren wird. Ähnlich gut ist auch die Musik, die im „Transformers“-Prequel zu hören ist. Denn für den Soundtrack wurden einige der bekanntesten Nummern der 1980er Jahre herangezogen und wird damit, auch auf humoristischer Ebene, auf das Erfolgsrezept der „Guardians of the Galaxy“-Reihe (2014-) gesetzt.

Gemeinsam versuchen Charlie und „Bumblebee“ die Erde vor ihnen zu beschützen.

Insgesamt ist „Bumblebee“ ein höchst gelungenes Prequel-Spin-Off und dürfte wohl das „Transformers“-Franchise (wieder) auf Erfolgskurs bringen. Mit viel Gefühl und Humor spielen sich die beiden Hauptcharaktere, der Transformer B-127 („Bumblebee“) und Charlie (Hailee Steinfeld) in das Herz des Publikums. So werden nicht nur Fans der bisherigen „Transformers“-Teile, sondern auch jene, die von der aktuellen Nostalgiewelle erfasst wurden, ihre Freude mit diesem Film haben. Insbesonders durch das deutlich zurückgefahrene Maß an Action-Szenen, eignet sich „Bumblebee“ erstaunlich gut als Familienfilm für die Weihnachtsferien.

Text: Barbara Klaus

Bilder: © Paramount Pictures Germany GmbH

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