„Bruno Mars“ Konzertbericht

70er-Jahre Feeling statt Affentheater

Vergangenen Donnerstag präsentierte sich Bruno Mars zum zweiten Mal in der Wiener Stadthalle in Bestform. Der quirlige Hawaiianer begeisterte das Publikum mit seinen Hits, sowie Nummern seiner neuen CD „Unorthodox Jukebox“ und kam dabei völlig ohne skandalverdächtige Elemente aus.

Nach 2011 trat Bruno Mars im Rahmen seiner aktuellen „The Moonshine Jungle Tour“ in Wien vor abermals vollbesetztem Haus auf. Sein knapp 1 ½-stündiger Auftritt sprühte vor Energie, guter Laune und verbreitete 70er-Jahre Feeling. Wieder konnte er die altbekannte und perfekt harmonisierende Truppe aus Musikern und zugleich Tänzern um sich versammeln. Dieses gute Verhältnis zwischen den Künstlern ist auch eines der Geheimnisse seines durchchoreographierten, aber dennoch locker und spontan wirkenden und positive Energie versprühenden Auftritts. Perfekt darauf abgestimmt war auch die weder zu schlichte, noch zu überladene Bühnenshow des sympathischen Sängers. Ein eher wenig auffälliges Bühnenbild wurde mit einer umso wirkungsvolleren Lichtershow kombiniert. Beim Song „Marry You“ wurde so auch insgesamt der Eindruck erweckt, sich in einer 70er-Jahre Gameshow zu befinden.

Das restlos begeisterte Publikum bekam an diesem Abend neben den altbekannten Hits der letzten CD wie „Grenade“ und „Just The Way You Are“, auch einige neue Nummern des Künstlers, u.a. „Treasure“ und „Moonshine“, zu hören. Ein Highlight des Abends waren mit Sicherheit die „Aufwärmübungen“ Philip Lawrences für seine Line „OMG this is great“ aus dem Lied „The Lazy Song“ zu den Klängen von „Eye Of The Tiger“ aus dem Film Rocky III. Als Zugabe gab es Bruno Mars am Schlagzeug zu sehen, sowie „Locked Out Of Heaven“ und „Gorilla“ zu hören. Mit Feuershow und einer, passend zum letzten Lied, in grünes Licht getauchten Bühne, ein idealer Abschluss eines sehr unterhaltsamen und gelungenen Abends.

Das Konzert wirkte vor allem durch die schnelle Aufeinanderfolge von Hits, die ausgezeichnete Live Performance von Bruno Mars und den gemeinsam mit der Truppe gezeigten Tanzeinlagen insgesamt extrem kurzweilig. Dennoch war die Veranstaltung vom „Kreischfaktor“ her, im Gegensatz zu anderen Konzerten, durchwegs erträglich. Das könnte aber auch an der Uhrzeit gelegen haben. Bei einer Beginnzeit von 21:45 an einem Wochentag, dürfte wohl ein Teil des Publikums nicht mehr ganz so fit gewesen sein. Spätestens am nächsten Morgen dürfte sich wohl der eine oder andere Arbeitgeber oder Lehrer über ein unausgeschlafenes Gegenüber gewundert haben. Aber mit der Behauptung „Bruno Mars ist schuld!“ hatte er oder sie wenigstens eine relativ kreative Entschuldigung parat.

Barbara Klaus

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