„Awolnation“ – Konzertbericht

Kurzes Konzert mit durchmischter Setlist

Am 15.08.2015 gab die Band „Awolnation“ ihr lang ersehntes Konzert in der Arena Wien, in dessen Rahmen sie nicht nur bereits bekannte Lieder präsentierte, sondern auch einige Nummern ihres neuen Albums „Run“ zum Besten gab. Das Publikum blieb angesichts des deutlichen Stilwechsels der letzten Jahre gespalten. Besonders die Dauer ihres Auftritts dürfte wenige Zuschauer begeistert haben.

Die Indie-Rockgruppe „Awolnation“ hat sich mit Samstag den perfekten Wochentag für ein großes Open Air Konzert ausgesucht. Die Wettervorhersage versprach dazu einen perfekten Sommertag mit etwa 30 Grad. So weit so gut. Weniger gut war dann die Running Order des Abends. Zu Beginn trat die britische Band „Hidden Charms“ als Opener auf. Nach einer relativ kurzen Umbauphase betrat der Support die Bühne. James Hersey hatte hierbei quasi ein Heimspiel. Der in Wien lebende amerikanische Musiker hatte seine ganz eigene kleine Fangemeinde im Publikum, welche zu seinen Liedern begeistert mitsang und dem Publikum u.a. mit den Nummern „Juliet“ und „Coming Over“ einheizte.

Awolnation

Vergleichsweise spät, erst um 21:45, also 1 3/4 Stunden nach dem offiziellen Beginn des Konzerts, enterte der Hauptact des Abends, „Awolnation“, die Bühne und gab u.a. mit der Single „Hollow Moon (Bad Wolf)“ Vollgas. Kaum eine Sekunde stand der Frontmann und Begründer der Band, Aaron Bruno, still. Nahtlos gingen die meisten Lieder in einander über. Die Interaktion mit dem Publikum beschränkte sich auf wiederholte Aufforderungen zu tanzen, klatschen und zu springen. Die einzige ruhigere Nummer des Abends, „All I Need“, gab auch dem Publikum einmal die Chance ein wenig durchzuatmen.

Erfreulicherweise hielt sich die Anzahl an Nummern aus seinem Debüt-Album „Megalithic Symphony“ (2011) und seinem aktuellen Werk „Run“ (2015) die Waage. So war sowohl für neue als auch „alte“ Fans immer wieder etwas dabei. Dass sich diese deutlich unterscheiden, wurde am Publikum schnell deutlich. Während schon langjährige Anhänger der Band besonders bei „Kill Your Heroes“ und „Burn It Down“ nicht zu halten waren, gingen jene, die gerade erst die Gruppe für sich entdeckt hatten, bei „Windows“ und „Run“ ab. Dass sich „Awolnation“ mit ihrem aktuellen Album mehr in Richtung Metal bewegt, war auch am Verhalten der Zuschauer ablesbar. So bildete sich gegen Ende des Abends mehr als nur einmal in der Zuschauermenge ein sogenannter Circle of Death (siehe Moshpit).

Awolnation

Nach nur 45 Minuten verabschiedete sich die Band schon zum ersten Mal, um nach kurzer Zeit für eine Zugabe auf die Bühne zurück zu kehren. So gab es zum Abschluss noch ihre aktuelle Single „I Am“, sowie ihre bekannteste Nummer, „Sail“ zu hören. Ein Lied, nach dem die Zuschauer schon während des Konzerts lautstark verlangten und das selbst keinem großen Fan der Band aus diversen Werbungen bekannt sein dürfte. Nach diesem gelungenen Schlusspunkt war das Konzert schließlich nach einer guten Stunde auch schon wieder zu Ende. Fazit: Ein gelungenes, wenn auch besonders für einen Samstag-Abend deutlich zu kurzes Konzerterlebnis.

 Text & Bilder: © Barbara Klaus

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