ATP „Generali Open“ Kitzbühel 2019 – Bericht

Kitzbühel fest in österreichischer Hand

Am Samstag (03.08.) ging, aus österreichischer Sicht, die wohl wichtigste Tennis-Woche des Jahres zu Ende. Das Generali Open in Kitzbühel (ATP 250) findet nicht nur auf heimischen Boden statt, sondern wurde auch zu einem ganz besonderen Triumpf zweier österreichischer Tennisspieler. Denn nicht nur Philipp Oswald gewann mit seinem slowakischen Tennis-Partner Filip Polasek das Doppel-Finale, sondern auch Dominic Thiem konnte sich seinen allerersten Kitzbühel-Titel beim Heim-Turnier sichern. Nur das Wetter stellte sich als kleiner „Spielverderber“ heraus, welches immer wieder Spielunterbrechungen zur Folge hatte.

Aus Sicht der Veranstalter hätte das diesjährige Generali Open in Kitzbühel nicht besser laufen können. Bereits am Mittwoch waren die restlichen Turnier-Tage ausverkauft und insgesamt über 50.000 Besucher und Besucherinnen kamen in dieser einen Woche nach Tirol, um vor allem die heimischen Stars spielen zu sehen. Obwohl alle Tickets rasend schnell weggingen und entsprechend viele Leute auf dem Gelände waren, kam dennoch – im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen – nie das Gefühl auf, an einem völlig überfüllten Massenevent teilzunehmen. Dafür verantwortlich war auch das großzügig gestaltete, an den Center Court anschließende Areal, welches eine Einkaufsmeile und einen Essbereich umfasste, sowie die Bereiche zwischen dem Hauptstadion, den Trainingsplätzen und dem zweiten Austragungsort des Turniers, dem Court Kuchenmeister, verband. Da jedoch nicht alle Interessierten eine Karte für den Center Court ergattern konnten bzw. auch beim Essen gerne die laufenden Spiele verfolgt werden, wurde in diesem Areal auch ein Public Viewing eingerichtet, das während der Spieltage hochfrequentiert war. Die, wie bei vielen Veranstaltungen, völlig überteuerten Preise für Essen und Getränke im Food Court wurden von den Zuschauern und Zuschauerinnen fast ebenso gleichmütig hingenommen, wie das teilweise suboptimale Wetter.

Die noch weitestgehend leeren Ränge in den Vormittagsstunden.

So wurde das Generali Open nicht, wie angesichts der Temperaturen der letzten Wochen zu erwarten gewesen wäre, zu einer Hitzeschlacht. Stattdessen gab es, für Sommerverhältnisse, unterkühlte Temperaturen und zahlreiche Regenschauer, die immer wieder zu Spielunterbrechungen und -verschiebungen führten. Diese sind natürlich für Spieler und Publikum alles andere als angenehm. Dennoch konnte sich am Samstagabend Dominic Thiem, aktuell die Nr. 4 der Tennis-Welt, im Finale durchsetzen und endlich, zum ersten Mal, die goldene Gams von Kitzbühel in die Höhe stemmen. Mit seinem Sieg beendete er eine lange Durststrecke der heimischen Tennisspieler, denn seit Thomas Muster (1993) konnte sich kein Österreicher mehr zum Kitzbühel-Sieger im Einzel küren. Dabei war der Weg dahin alles andere als einfach, denn sowohl das Viertel- als auch das Halbfinale waren für den Niederösterreicher scheinbar ein einziger K(r)ampf. Auch im Finale fand er erst nach einer längeren Regenunterbrechung endgültig ins Spiel und gewann gegen den Spanier Albert Ramos-Vinolas souverän mit 7:6 (7:0) 6:1.

Dominic Thiem nach dem gewonnenen Viertelfinale.

Doch das Heim-Turnier war auch im Doppel fest in österreichischer Hand. Nach dem schnellen und unerwarteten Ausscheiden von Oliver Marach und Jürgen Melzer – letzterer fühlte sich beim entscheidenden Match wiederholt von Fächerbewegungen auf den Zuschauerrängen gestört – am Donnerstag, marschierte ein weiteres Doppel mit österreichischer Beteiligung, bestehend aus Philipp Oswald (AUT) und Filip Polasek (SVK), bis ins Finale und setzte sich dort gegen die Belgier Sander Gille und Joran Vliegen mit 6:4 6:4 durch. Viele Spiele des Turniers wurden auch live auf Servus-TV übertragen. Dies ist natürlich eine gute Sache für den Tennis-Sport und die Veranstaltung selbst, da so die Sichtbarkeit des Sports erhöht und Werbung für das Event gemacht wird. Unglücklicherweise wurde jedoch gerade das Doppel-Finale, das mit Sicherheit viele Fans mit Spannung erwartet haben, nicht im Fernsehen ausgestrahlt.

Das markante Emblem des Turniers – mit Gams und Schläger.

Insgesamt war auch das diesjährige Generali Open in Kitzbühel aus organisatorischer Sicht ein voller Erfolg, der mit österreichischen Siegen in beiden Bewerben – Einzel und Doppel – gekrönt wurde. Dass viele Spiele auch im Fernsehen und online (Servus TV) zu sehen waren, dürfte auch den Veranstaltern nicht zum Nachteil gereichen. Denn so wird das Interesse an diesen immer weiter gesteigert und, schlussendlich, ist das Live-Erlebnis im Stadion mit allen äußeren Einflüssen (Euphorie, Spannung, Wetter etc.) dennoch etwas anderes als eine Fernseh-Übertragung.

Titelbild: © Mia Knoll

Text und Bilder (1-3): Barbara Klaus

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