„A United Kingdom“ – Filmkritik

Apartheid, Königreiche und die große Liebe

In wenigen Tagen (31. März) kommt der Film „A United Kingdom“ auch in die österreichischen Kinos. Das romantische Politdrama, welches auf wahren Begebenheiten basiert, zeichnet sich durch ein, nicht besonders subtiles, Plädoyer für Toleranz aus. Dessen Bedeutsamkeit lässt jedoch über diverse andere Mängel des Films hinwegsehen. In den Hauptrollen sind Rosamund Pike und David Oyelowo zu sehen.

London, 1947: Ruth (Rosamund Pike) und Seretse (David Oyelowo) lernen sich in London kennen und lieben. Nicht nur ihre jeweiligen Familien, sondern auch die Regierungen Großbritanniens und Südafrikas sprechen sich gegen die Ehe aus. Dennoch entscheiden sie sich zu heiraten und ziehen noch Bechuanaland, dem heutigen Botswana. Es folgen familiäre Auseinandersetzungen, Exil und gebrochene politische Versprechungen von Seiten Englands. Schlussendlich kommt es jedoch zu einem Happy End: Seretse und Ruth sind glücklich in Bechuanaland vereint und das ehemalige Königreich wird als eine unabhängige Republik neu gegründet.

Ruth (Rosamund Pike) und Seretse (Davi Oyelowo) lernen sich in London kennen und lieben.

Der gesamte Film kann als ein Aufruf zu mehr Toleranz gesehen werden. Denn entgegen aller Widerstände schaffen es die beiden Hauptcharaktere die Rassentrennung und Apartheid zu überwinden und die Bevölkerung von Bechuanaland von ihrer Liebe und Kompetenz zu überzeugen. Mit diesen durchaus aktuellen Themen schafft es der Film dennoch nicht sich über das Mittelmaß zu erheben. Viel zu sehr scheint der Streifen zwischen Liebesfilm einerseits und Politdrama andererseits gefangen zu sein und schafft es nicht sich für eine Seite zu entscheiden. Hätte er sich vor allem letzterem Aspekt vollständig verschrieben, hätte er durchaus in der Award Season Chancen gehabt.

Sie bekommen es in Bechuanaland mit Vertretern der britischen Regierung (Jack Davenport, Tom Felton) zu tun.

Für den Film wurden vor allem bekannte Gesichter der englischen Filmindustrie gecastet. So ist in der weiblichen Hauptrolle Rosamund Pike, welche für ihre Rolle in „Gone Girl“ (2014) eine Oscarnominierung erhielt, als Ruth Williams zu sehen. Seretse Khama wird von David Oyelowo dargestellt, welcher bereits u.a. für die Filme „Selma“ (2014) und „Lincoln“ (2012) gecastet wurde. In weiteren Rollen sind u.a. Tom Felton („Harry Potter“-Filme), Jack Davenport („Pirates of the Caribbean“-Reihe) und Laura Carmitchel („Downton Abbey“ (2010-2015)) zu sehen. Leider fehlt es den meisten Charakteren, nicht aufgrund fehlenden schauspielerischen Talents, sondern auf Basis einer mangelhaften Inszenierung an Tiefe und Identifikationspotential.

Dennoch ist schlussendlich in Happy End in Bechuanaland möglich.

Insgesamt ist „A United Kingdom“ ein netter Versuch die wahre Geschichte rund um die Entstehung der Republik Botswana und die Liebesgeschichte zwischen Seretse Khama und Ruth Williams einzufangen, jedoch fehlt es dem Film an Subtilität und ästhetischer Raffinesse. Dennoch ist er einen Besuch im Kino wert, da er sehr bedeutsame Themen der Gegenwart aufgreift und eine wichtige historische Episode von Botswana und England erzählt.

Text: Barbara Klaus

Bilder: © Alamode Film

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