„A Royal Night – Ein königliches Vergnügen“ – Filmkritik

Zwei Prinzessinnen mischen London auf

In wenigen Tagen (1.10.) läuft „A Royal Night – Ein königliches Vergnügen“ auch in den österreichischen Kinos an. Die Geschichte rund um die beiden Prinzessinnen Elizabeth und Margaret Windsor und deren Party in der Nacht des 8. Mai 1945 basiert nur lose auf wahren Begebenheiten und übt nur wenig Kritik am Krieg selbst, besitzt aber dennoch einen gewissen Reiz. Während die Hauptrollen mit jungen Schauspieltalenten besetzt wurden, sind in den Rollen des Königpaares Rupert Everett und Emily Watson zu sehen.

London, 8. Mai 1945: Der Zweite Weltkrieg ist offiziell zu Ende. Die jungen britischen Prinzessinnen Margaret (Bel Powley) und Elizabeth (Sarah Gadon) wollen sich nach Jahren des Krieges die Feierlichkeiten nicht entgehen lassen und bekommen die Erlaubnis inkognito, natürlich unter den wachsamen Augen zweiter „Anstandsdamen“ in Form von Soldaten, im Ritz zu feiern. Allzu schnell schaffen sie es dennoch ihnen zu entwischen und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Während Margaret von einer Party zur nächsten springt, ist Elizabeth unentwegt damit beschäftigt ihre kleine Schwester wieder zu finden. Zum Glück wird sie hierbei von Jack (Jack Reynor), welcher nichts von ihrem royalen Hintergrund weiß, unterstützt.

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Die königlichen Eltern (Emily Watson, Rupert Everett) beraten über das Anliegen ihrer Töchter feiern zu gehen.

Der Aufbau des Films orientiert sich stark an diversen Screwball-Komödien der 1940-Jahre: Arm und Reich feiern in den Straßen und in einem hohen Tempo jagt ein Problem bzw. Missverständnis das nächste. Auch die Situationskomik selbst kommt natürlich nicht zu kurz. Dennoch hat der Film trotz einer Laufzeit von nur gut 90 Minuten so seine Längen. Die Jagd von einem Club zum nächsten scheint sich nach einiger Zeit einzuspielen und wird vorhersehbar. Die Handlung selbst sollte auch nicht zu ernst genommen werden. Zwar haben sich die beiden Prinzessinnen tatsächlich in jener Nacht unter das Volk gemischt, jedoch waren sie wesentlich früher als im Film dargestellt wieder zu Hause und dürften wohl auch deutlich standesgemäßer gefeiert haben. Standesgemäß bleibt im Film auch zumindest die Beziehung zwischen Elizabeth, der heutigen Königin Großbritanniens, und Jack – nur am Ende des Films darf es einen kurzen Kuss geben. Ein Umstand, der sehr an diverse Disney-Produktionen erinnert.

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Jack (Jack Reynor) und Elizabeth (Sarah Gadon) kommen sich bei der Suche nach ihrer Schwester näher.

Der Krieg selbst und die Opfer, die er mit sich brachte, werden im Laufe des Films nur am Rande thematisiert. Vielmehr stehen das Feiern und die Freude über den Sieg im Mittelpunkt, welcher scheinbar von ganz London ausgelassen auf den Straßen und in Lokalen gefeiert wird. Und natürlich lieben alle, bis auf Jack, den König. Bei seiner Ansprache im Radio verstummt die feiernde Menge und lauscht gespannt seinen Worten. Die Hauptrollen wurden mit Sarah Gadon (Elizabeth Windsor) und Bel Powley (Margaret Windsor) sehr gut besetzt. Sowohl optisch als auch vom Charakter her sind Parallelen zu den realen Personen erkennbar. Vor allem der stereotype Unterschied zwischen der abenteuerlustigen und teilweise naiven kleinen Schwester und der verantwortungsvollen und konservativen großen Schwester birgt Unterhaltungspotenzial. Nur Jack Reynor in der Rolle des Fliegers Jack wirkt gegen das dynamische Geschwisterduo geradezu blass. Die beiden Stars Rupert Everett (König George VI.) und Emily Watson (Königin Elizabeth) haben leider nur wenige Auftritte im Film.

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Am Ende wird doch noch ausgelassen gefeiert.

Insgesamt ist „A Royal Night – Ein königliches Vergnügen“ eine unterhaltsame Komödie, welche mit ihren detailgetreuen und authentischen Kostümen, Straßenzügen und Lokalen vor allem Fans historischer Filme begeistern wird. Nur über die sprühende Fantasie der Drehbuchautoren muss der Zuseher hinwegsehen können, aber dann erwartet ihn tatsächlich ein „königliches Vergnügen“.

Text: Barbara Klaus

Fotos: © Filmladen Filmverleih

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